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International UNO appelliert gegen «barbarischen Feldzug» des IS

Mit einem eindringlichen Appell wollen die Vereinten Nationen mehr Hilfe für die Kurden mobilisieren. In europäischen Städten protestieren zahlreiche Menschen gegen die IS-Kämpfer – auch in Bern.

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Legende: UNO-Chef Ban wendet sich an die Weltgemeinschaft und fordert Hilfe für die Kurden. Reuters

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon hat zum Schutz der Zivilbevölkerung in der von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) belagerten Stadt Kobane aufgerufen.

Ein Sprecher Bans erklärte, der Generalsekretär appelliere an alle, die die Mittel dazu hätten, sofort zum Schutz der Bevölkerung zu handeln. Diese Forderung erhob Ban vor dem Hintergrund der «groben und grausamen Verletzungen der Menschenrechte», die die Terroristengruppe während ihres «barbarischen Feldzugs» in der Region begangen habe.

Ausschreitungen in türkischen Städten

In Istanbul, Diyarbakır und mindestens fünf weiteren türkischen Städten ist es am Montagabend zu Zusammenstössen zwischen der Polizei und Kurden-Anhängern gekommen. Die Demonstranten versuchten auf die verzweifelte Lage in der umkämpften syrischen Stadt Kobane aufmerksam zu machen. Die islamistische Terrormiliz IS versucht derzeit, Kobane gegen den erbitterten Widerstand kurdischer Kämpfer unter ihre Kontrolle zu bringen.

Die Demonstranten errichteten Barrikaden, warfen Steine und setzten einen Bus in Brand. Ein Polizist wurde dabei verletzt. Die Polizei setzte Tränengas und Wasserkanonen ein, um die Demonstranten zu vertreiben.

Demonstranten dringen ins Parlament ein

Legende: Video Solidarität mit Kurden abspielen. Laufzeit 01:22 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 07.10.2014.

Auch in anderen Ländern in Europa haben Kurden-Anhänger demonstriert. Im niederländischen Den Haag drang am Montagabend eine grosse Gruppe kurdischer Demonstranten in das Parlament ein. Nach einem Gespräch mit der Vorsitzenden der Zweiten Kammer des Parlamentes, Anouchka van Miltenburg, verliessen die Demonstranten am frühen Morgen das Gebäude wieder. Vor dem Parlament demonstrierten Hunderte Aktivisten, berichteten niederländische Medien.

Am Flughafen der belgischen Hauptstadt Brüssel gab es ebenfalls eine Solidaritätsaktion von Kurden. Dort forderten Kurden ein entschlossenes Vorgehen der internationalen Gemeinschaft gegen den IS und humanitäre und militärische Hilfe für die Einwohner von Kobane.

Auch in mehreren Städten Deutschlands gab es Proteste mit einigen tausend Teilnehmern. In Düsseldorf und Bonn drangen die Demonstranten kurzzeitig in Gebäude des Westdeutschen Rundfunks und des Auslandssenders Deutsche Welle ein. In Berlin versammelten sich nach Polizeiangaben etwa 600 Kurden. Auch aus Hamburg, Dortmund, Münster und Essen wurden spontane Demonstrationen gemeldet.

Kundgebung auch in Bern

Rund 300 Personen demonstrierten am Montagabend in Wien gegen den IS-Vormarsch nach Kobane. Die Protestveranstaltung vor dem Parlament verlief «absolut friedlich», sagte ein Polizeisprecher. Bei den Demonstranten habe es sich um Sympathisanten der in Kobane kämpfenden Kurden gehandelt. Sie protestierten laut Polizei «gegen die Untätigkeit des Westens». Auslöser der Protestveranstaltung sei ein «Aufruf auf Twitter» gewesen.

Auf dem sozialen Netzwerk waren auch Bilder von Demonstrationen in der Schweiz und in den Niederlanden gegen IS und zur Solidarisierung mit Kobane zu sehen. Weiteren Twitter-Einträgen zufolge, fanden in Paris, London, Bern, Stockholm, Den Haag, Berlin, Ankara und Istanbul Proteste statt.

Die Köpfe hinter IS

Die Köpfe hinter IS

Der Islamische Staat (IS) hat in den von ihr kontrollierten Teilen Syriens und des Irak ein Kalifat ausgerufen. Der Miliz gehören Tausende Kämpfer aus beiden Ländern, aber auch aus anderen Staaten an. Ihre Führung rekrutiert sich aus Extremisten mit Kampferfahrung im Irak. Hier eine Übersicht der wichtigsten Krieger hinter der Organisation.

Festnahme in Chicago

Ein 19-jähriger, der laut US-Behörden der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) beitreten wollte, ist am Montag am Flughafen von Chicago festgenommen worden. Er wollte über Wien nach Istanbul in die Türkei reisen. Bei einer Verurteilung drohen ihm bis zu 15 Jahre Haft und eine Geldstrafe von 250'000 Dollar.

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