UNO-Blauhelme vergewaltigen erneut Minderjährige

Die Soldaten der UNO-Friedensmission in Zentralafrika kommen aus den Negativschlagzeilen nicht heraus. Auch die Entlassung des Einsatzkommandanten scheint keine Wirkung zu zeigen. Mittlerweile sind 57 Fälle von Fehlverhalten dokumentiert worden.

Ein Pickup mit zwei Blauhelmen Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Friedensmission in Zentralafrika steht wegen der zahlreichen Vergewaltigungsvorwürfe in einem schlechten Licht. Reuters

In Zentralafrika gibt es erneut Vorwürfe wegen sexueller Gewalt durch Soldaten der UNO-Friedensmission (Minusca). Drei junge Frauen beziehungsweise Mädchen sollen in den vergangenen Wochen sexuell missbraucht worden sein, wie UNO-Sprecherin Vannina Maestracci in New York mitteilte.

«Diese neuen Vorwürfe betreffen einen Bericht, dass drei junge Frauen von drei Mitgliedern des Minusca-Militärkontingents vergewaltigt wurden.» Eines der Opfer sei minderjährig.

Die UNO-Sprecherin lehnte es ab, die Nationalität der Blauhelm-Soldaten zu nennen, gegen die sich die Vorwürfe richten. Angeblich soll es sich aber um Soldaten aus der Demokratischen Republik Kongo handeln.

Bereits elf Fälle von sexueller Ausbeutung von Kindern

Nach einer Serie von Missbrauchsvorwürfen gegen Blauhelmsoldaten in Zentralafrika hatte UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon vergangene Woche den Leiter der dortigen UNO-Friedensmission gefeuert. Laut der UNO wurde den Blauhelmen in Zentralafrika bis dahin bereits in 57 Fällen ein Fehlverhalten vorgeworfen. Elf dieser Fälle betrafen Vorwürfe der sexuellen Ausbeutung von Kindern.

Zuletzt war einem UNO-Soldaten vorgeworfen worden, er habe Anfang August ein zwölfjähriges Mädchen vergewaltigt. Auch gegen mehrere französische Soldaten wird wegen Kindesmissbrauchs in Zentralafrika ermittelt.