UNO-Experten: Glyphosat wahrscheinlich doch nicht krebserregend

Kein Unkrautvernichter wird weltweit öfter auf Äckern und in Gärten eingesetzt als Glyphosat. Der Wirkstoff ist ein Milliarden-Geschäft. Seit langem steht er im Krebsverdacht. Vor einer wichtigen EU-Entscheidung sorgt eine neue Studie für Aufsehen.

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Bildlegende: Glyphosat wird seit den 70er-Jahren in der Landwirtschaft eingesetzt. Keystone

Wenige Tage vor entscheidenden EU-Beratungen über das umstrittene Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat hat eine UNO-Studie den Krebsverdacht nicht bestätigt.

Tiertests mit für Menschen relevanten Dosen des Mittels hätten gezeigt, dass Glyphosat bei der Nahrungsaufnahme nicht zu genetischen Zellveränderungen führe, heisst es in einem Entwurf eines UNO-Berichts.

Auch Veränderungen des menschlichen Erbguts konnten nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden. Im Bericht werden Ergebnisse eines Arbeitstreffens von Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) zusammengefasst, das vom 9. bis 13. Mai in Genf stattfand.

Allerdings wird auch darauf hingewiesen, dass es bei Tests mit Mäusen bei sehr hohen Dosen Krebsverdacht gab.

Unterschiedlich eingeschätzt

Die Gefahr durch Glyphosat ist seit langem höchst umstritten. Die jüngsten Aussagen stehen im Gegensatz zu Feststellungen der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) in Lyon. Diese hatte Glyphosat 2015 als wahrscheinlich krebserregend eingestuft.

Dagegen war die EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) zum Schluss gekommen, der Wirkstoff berge vermutlich keine Krebsgefahr für den Menschen.

Der zuständige EU-Ausschuss für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit will in dieser Woche entscheiden, ob die Zulassung für Glyphosat verlängert werden soll oder nicht. Das Europaparlament hatte im April empfohlen, Glyphosat nur noch für 7 Jahre zuzulassen, nicht für 15 Jahre.