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Hungersnöte in Afrika UNO-Generalsekretär Guterres ruft zum Kampf auf

Legende: Video Hungersnot: Zeit zum Handeln abspielen. Laufzeit 07:34 Minuten.
Aus 10vor10 vom 22.02.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • In Nigeria, Somalia, im Südsudan und im Jemen drohen der UNO zufolge Hungerkatastrophen. Millionen befinden sich auf der Flucht.
  • Alle vier Länder werden seit Jahren von Krisen geschüttelt, die «verhindert werden können».
  • Insbesondere Kinder sind durch die Unterversorgung in diesen Ländern vom Tode bedroht.

«Diese vier Krisen sind alle sehr verschieden, aber sie haben eins gemeinsam: Sie können verhindert werden», sagte UNO-Generalsekretär António Guterres. Besonders schlimm sei die Situation im Südsudan, wo fünf Millionen Menschen unter Hunger litten, wie ein neuer Report, Link öffnet in einem neuen Fenster der Vereinten Nationen feststellt.

Das ist eine Tragödie, wir müssen verhindern, dass es eine Katastrophe wird. Wenn die internationale Gemeinschaft handelt, können wir das verhindern.
Autor: António GuterresUNO-Generalsekretär

Um die vier Länder dieses Jahr zu unterstützen, würden mehr als 5,6 Milliarden Dollar gebraucht – mindestens 4,4 Milliarden bis Ende März. Davon seien bislang aber nur 90 Millionen Dollar eingegangen – zwei Cents für jeden benötigten Dollar.

Konflikte lösen Hunger aus

Alle vier Länder sind von Konflikten und Gewalt geprägt. Im jüngsten Staat der Welt, Südsudan, herrscht seit 2013 ein Bürgerkrieg. Etwa 3,4 Millionen der rund 12 Millionen Menschen sind auf der Flucht. Unicef rechnet nach eigenen Angaben damit, dass die Zahl der Bürger, die durch die Hungersnot betroffen sind, von 4,9 Millionen auf 5,5 Millionen steigen wird, falls nichts unternommen werde.

Auch im Jemen herrscht ein verheerender Bürgerkrieg. In dem seit Anfang 2015 andauernden Konflikt sind bislang mindestens 7000 Menschen getötet und mehr als zwei Millionen vertrieben worden. 19 Millionen Menschen sind nach Angaben des UNO-Flüchtlingshilfswerks auf humanitäre Hilfe angewiesen.

Somalia und Nigeria

Somalia steckt seit 1991 scheinbar in einem Kreislauf aus Gewalt, Flucht und Hunger. Die islamistische Terrororganisation Al-Shabaab kämpft um die Vorherrschaft in dem Land. Zudem sei Somalia von Dürre bedroht, berichtet Unicef. Fast die Hälfte der Bevölkerung, knapp 6,2 Millionen Menschen, seien einer akuten Lebensmittelunsicherheit ausgesetzt und bräuchten Hilfe.

Nigeria wird immer wieder von Gewalttaten der islamistischen Terrororganisation Boko Haram heimgesucht. Mehr als zwei Millionen Nigerianer sind vor der Gewalt geflohen. Im Nordosten sind der UNO zufolge fünf Millionen Menschen auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen, rund zwei Millionen von ihnen gelten bereits als mangelernährt.

Vor allem Kinder bedroht

Wegen Mangelernährung droht knapp 1,4 Millionen Kindern der Hungertod. Im Jemen leiden rund 462'000 Kinder unter akuter Mangelernährung – ein Anstieg von fast 200 Prozent seit 2014. Im Nordosten Nigerias sind 450'000 Kinder betroffen. Im Südsudan leiden mehr als 270'000 Kinder unter schwerer Mangelernährung, in Somalia derzeit rund 185'000.

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16 Kommentare

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  • Kommentar von Ya medet (Medet201085)
    Am meisten tut es mir leid , dass das nur ein Bruchteil von den Problemen der Menscheit ist. Es gibt so viele menschen dass aus irgendwelchen gründen zurzeit am leiden sind. Mann müsste noch soviel gut machen...
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  • Kommentar von Esther Siefert (E.S. (parteilos))
    Auch diese Hungersnot ist "man-made" - Kriege sind "man-made" - gibt es Kriege - gibt es immer auch Hungersnöte, weil die Kriegsparteien Hunger als Waffe benutzen. Das Gemeinste, wozu der Mensch fähig ist. Alles bloss aus Gier (egozentr. + habgierige Despoten+Waffenherst.+Lobbyists) UND aus religiösen Gründen. Könnte beides durch Einsicht "abgeschafft" werden, wäre die Welt ein Stück friedlicher - aber leider besteht ein Teil des "Homo sapiens sapiens" aus Monstern - z.B. Atomare Aufrüstung ???
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  • Kommentar von Cherubina Müller (Fabrikarbeiterin)
    In Jemen sorgt in erster Linie die Militärintervention der Saudis mit ihren Verbündeten, wie beispielsweise die USA, Frankreich und GB, für entsetzliches Leid. Seit dem 26. März 2015 sind nach UN-Angaben bis Anfang März 2016 – Berichten zufolge überwiegend durch Luftangriffe der saudisch geführten Militärallianz – mindestens 3.081 Zivilisten getötet worden, darunter bis Ende März 2016 mindestens 934 Kinder. Die Militärintervention zwang über 2.5 Millionen Menschen dazu ihre Häuser zu verlassen.
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