UNO kann sich Nahrungsmittel-Hilfe für Syrien nicht mehr leisten

Der Krieg in Syrien hat hunderttausende Menschen zur Flucht in die Nachbarländer veranlasst. Dort hilft das UNO-Welternährungsprogramm (WFP) mit, die Flüchtlinge zu ernähren. Doch das Projekt stösst an seine Grenzen – wichtige Geberländer sollen ihren Verpflichtungen nicht nachkommen.

Video «UNO fehlt Geld für Nahrungsmittel-Hilfe in Syrien» abspielen

UNO fehlt Geld für Nahrungsmittel-Hilfe in Syrien

1:44 min, aus Tagesschau vom 2.12.2014

Aus Geldmangel hat das UNO-Welternährungsprogramm (WFP) seine Nahrungsmittelhilfe an 1,7 Millionen Flüchtlinge in den Nachbarstaaten Syriens eingestellt. «Ohne die Gutscheine des WFP wird es in vielen Familien Hunger geben», teilte die Organisation in Genf mit.

Syrische Flüchtlinge in einem Flüchtlingslager im libanesischen Zahle Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Mit dem Wintereinbruch droht sich die Lage der syrischen Flüchtlinge zusätzlich zu verschärfen. Reuters

Wichtige Geberländer seien ihren Verpflichtungen nicht nachgekommen, hiess es. Die Organisation benötigt nach eigenen Angaben umgehend 64 Millionen US-Dollar, um syrische Flüchtlinge im Laufe des Monats Dezember zu unterstützen.

Betroffen sind vor dem Bürgerkrieg geflohene Menschen in Jordanien, dem Libanon, dem Irak, der Türkei und Ägypten. Fliessen in naher Zukunft keine neuen Gelder, könnte ab Januar auch Vertriebenen in Syrien selbst die Hilfe gestrichen werden.

Finanzlücken mit fatalen Folgen

Bereits im September hat das WFP angekündigt, die Lebensmittelrationen von Flüchtlingen zu kürzen. Bisher bekommen die Menschen in Flüchtlingslagern in der Region monatlich einen Betrag, den sie über eine elektronische Karte bei lokalen Geschäften einlösen können. Die monatliche Direktzahlung an Flüchtlinge in Libanon sank etwa nach der Kürzung im September von 30 auf nunmehr 20 US-Dollar.

Auch andere Hilfsorganisationen hatten zuletzt vor einer drohenden Notlage in der Region durch den bevorstehenden Winter gewarnt. So klagte das Kinderhilfswerk UNICEF über Finanzlücken, wegen denen keine Hilfspakete an hunderttausende Kinder ausgeliefert werden konnten.