UNO-Nahrungsmittelhilfe stösst an Grenzen

Mit fünf humanitären Katastrophen zur gleichen Zeit ist das UNO-Welternährungsprogramm aufs Äusserste gefordert. Über zehn Millionen Menschen werden bereits unterstützt. Die Mittel werden knapp, doch die Menschen spenden nur wenig bei Krisen und Konflikten.

WFP verteilt Nahrungsmittel im Syrien. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: UNO-Welternährungsprogramm WFP unter Druck: Zu wenig Spenden bei so vielen Krisen. Reuters

Krieg in Syrien, Kämpfe in Irak, in der zentralafrikanischen Republik, im Südsudan und dazu noch der Ebola-Ausbruch in Westafrika. Mitten in all diesen Krisenherden sind Millionen Menschen auf der Flucht, leben in prekären Verhältnissen und hungern. «Es sind fünf humanitäre Katastrophen zur gleichen Zeit, das gab es noch nie», sagt Ralf Südhoff, Sprecher des UNO-Welternährungsprogramms (WFP).

Laut Südhoff unterstützt allein das WFP zurzeit über zehn Millionen Menschen. Bei vier der fünf Krisen handle es sich um Konflikte oder Krieg. Entsprechend schwierig sei vielfach der Zugang zu den Bedürftigen auch wegen der Sicherheitslage. Luftbrücken seien zwar ein gutes Mittel, aber auch sehr teuer.

Mittel werden knapp

Die eigentlich grössere Herausforderung seien momentan aber die Ressourcen, betont der WFP-Sprecher: Für Krisen und Konflikte werde leider nur sehr wenig gespendet, obwohl Millionen von Menschen erreicht würden. Allein in Syrien seien es täglich vier Millionen Bedürftige, so viele wie noch nie: «Weil das Geld ausgeht, müssen vermutlich noch im September die Nahrungsrationen für syrische Flüchtlinge gekürzt werden.»

Die aktuelle Grosskrisenlage bedeutet aber auch Abstriche bei den Aktivitäten der UNO-Welternährungshilfe in anderen Regionen, etwa in den Dürregebieten Zentralamerikas. Wenn nicht mehr Spenden eingingen, müssten beispielsweise die Programme zur Verhinderung von Dürren gestoppt werden, sagt Südhoff.

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