UNO-Nothilfechefin tritt zurück

Es ist einer der wichtigsten Posten der Vereinten Nationen und Schaltstelle für Milliarden an Hilfsgeldern: UN-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos gehört zu den einflussreichsten Funktionären der UNO. Jetzt geht sie. Die Gründe liegen noch im Dunkeln.

Valerie Amos Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Eine der einflussreichsten Führungspersönlichkeiten räumt ihren Stuhl: Valerie Amos. Reuters

Inmitten schwerer humanitärer Krisen hat UNO-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos ihren Rücktritt angekündigt. Sie habe UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon mitgeteilt, dass sie Ende März aus dem Amt scheiden wolle, erklärte ihr Büro in New York.

Keine Angabe von Rücktrittsgründen

Gründe für den Schritt der 60-Jährigen wurden nicht genannt. Amos war eine der einflussreichsten Persönlichkeiten an der Spitze der Vereinten Nationen. Die Britin leitete seit 2010 das Amt, das jährlich Milliarden bewegt und Hunderten Millionen Menschen helfen soll.

Ihre Institution war in der fast 70-jährigen Geschichte der Vereinten Nationen noch nie so stark eingebunden wie derzeit. Die Krisen in Syrien, im Irak und in vielen afrikanischen Ländern haben Millionen Menschen in die Flucht getrieben. Seit dem Zweiten Weltkrieg gab es Experten zufolge nicht mehr so viele Flüchtlinge.

«  Für sie kommen die Menschen immer zuerst. »

Ban Ki Moon
UNO-Generalsekretär

«Für sie kommen die Menschen immer zuerst», würdigte Ban sie nach ihrer Rücktrittsankündigung. «Ich möchte meinen tiefsten Dank ausdrücken für ihren aussergewöhnlichen Dienst für die Vereinten Nationen, die Gemeinschaft der Helfer und für die Menschen in Not.» Ihre «umfangreiche Erfahrung, Führungskraft und Arbeit zusammen mit den Köpfen der Hilfsorganisationen hat zu Lösungen für Menschen geführt, die gerade die furchtbarsten Erfahrungen ihres Lebens machen mussten.»

Amos, 1954 im damals britischen Guyana geboren, war auf vielen Posten die erste Schwarze. 1997 wurde sie ins britische Oberhaus berufen und ist seitdem Baroness Amos.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Flüchtlinge geraten in Vergessenheit

    Aus Tagesschau vom 24.9.2013

    Bei der UNO-Generaldebatte in New York beherrscht die Vernichtung der syrischen Chemiewaffen die Tagesordnung. Die UNO-Beauftragte für Menschenrechtsfragen Valerie Amos fordert die internationale Gemeinschaft auf, die humanitäre Situation nicht zu vergessen.

  • Zu wenig Geld für die Opfer in Syrien

    Aus Echo der Zeit vom 6.4.2013

    Der Krieg in Syrien fordert immer mehr Opfer. Nun schlägt die Uno Alarm: Sie sei völlig überfordert. Das Uno-Kinderhilfswerk Unicef befürchtet, es werde demnächst sogar die Überlebenshilfe verringern müssen.

    Die Bereitschaft der Staaten und der privaten Geldgeber sinkt, für die syrischen Kriegsopfer zu spenden.

    Fredy Gsteiger