UNO untersucht Bürgerkrieg in Sri Lanka

Fast fünf Jahre nach dem Bürgerkrieg in Sri Lanka nehmen die Vereinten Nationen die Untersuchung möglicher Menschenrechtsverletzungen in die eigene Hand. Mit deutlicher Mehrheit nahm der UNO-Menschenrechtsrat eine entsprechende Resolution auf Initiative der USA an.

Soldaten vor zerstörten Häusern. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Menschenrechtsverletzungen beider Kriegsparteien sollen nun durch die UNO untersucht werden. Keystone

Die UNO will mögliche Menschenrechtsverletzungen in Sri Lanka untersuchen. Es war der dritte Versuch, eine gründliche Aufarbeitung des Krieges mit etwa 100'000 Toten voranzubringen. Die UNO-Sonderbeauftragte Navi Pillay hatte zuvor erklärt, die beiden ersten Versuche einer internen Aufarbeitung seien gescheitert.

Das UNO-Menschenrechtsbüro wird nun die letzten sieben Jahre des insgesamt 26 Jahre währenden Konflikts beleuchten. Die sri-lankische Armee hatte 2009 die Rebellenorganisation LTTE («Befreiungstiger von Tamil Eelam») besiegt, die im Norden der Insel einen eigenen Staat errichten wollte. Menschenrechtler werfen den Regierungstruppen vor, dabei Zivilisten und Krankenhäuser bombardiert zu haben.

Die LTTE wird beschuldigt, Kindersoldaten rekrutiert und Zivilisten als menschliche Schutzschilde missbraucht zu haben.

UNO untersucht Bürgerkrieg in Sri Lanka

3:46 min, aus Echo der Zeit vom 27.03.2014

Hoffnung für die Opfer

Sri Lankas Regierung sieht das UNO-Vorgehen als Einmischung in innere Angelegenheiten. Amnesty International begrüsste das Votum. «Die UNO-Untersuchung bringt neue Hoffnung für Tausende von Missbrauchs-Opfern», sagte ein Sprecher der Organisation. Sri Lanka habe nun die Chance durch Kooperation seine internationale Glaubwürdigkeit wiederzuerlangen.

Ein Vertreter der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch erklärte, die Entscheidung ermutige alle Opfer und Aktivisten, die engagiert für Gerechtigkeit gekämpft hätten.

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