Unter dem Zucker lagen Bauteile für Nordkorea

An der Einfahrt in den Panamakanal haben die Behörden ein Schiff aus Kuba gestoppt. Hatte es Raketentechnologie für Nordkorea an Bord?

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Bildlegende: Das lag unter der Ladung Zucker: Hightech-Material für den Bau von Raketen? evn

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Bildlegende: Colón liegt am atlantischen Zugang zum Panamakanal. Der 82 Kilometer lange Kanal verbindet den Atlantik mit dem Pazifik. SRF

In Colón ist die nordkoreanische «Chong Chong Gang» mit mutmasslicher Raketentechnologie an Bord vor der Einfahrt in den Panamakanal gestoppt worden. Staatspräsident Ricardo Martinelli sagte gegenüber Radio Panamá, das Schiff sei aus Kuba gekommen und auf dem Weg nach Nordkorea gewesen.

In zwei Containern seien mögliche Raketenteile gefunden worden. Wie der Präsident erläuterte, schöpfte die Polizei in Colón an der atlantischen Zufahrt des Kanals Verdacht, das Schiff könnte Drogen geladen haben.

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Bildlegende: Der Frachter «Chong Chong Gang» ist in Nordkorea registriert. gibfran46/marinetraffic.com

Das Schiff, das grosse Mengen Zucker transportierte, wurde durchsucht. «Wir begannen, den Zucker zu entladen und fanden zwei Container, die vermutlich ausgefeilte Raketenausrüstung enthalten», sagte Martinelli. «Der Kapitän
versuchte, sich das Leben zu nehmen, und es gab einen Aufstand der Matrosen an Bord.»

«Kanal des Friedens»

Martinelli verwies darauf, dass Kriegsmaterial nicht undeklariert durch den Panamakanal transportiert werden dürfe. «Der Panamakanal ist ein Kanal des Friedens und nicht des Krieges», sagte er.