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Australische Flüchtlingsinseln US-Beamte ziehen überraschend ab

Kurz vor Ende seiner Amtszeit hat Barack Obama einen Flüchtlingsdeal mit Australien gemacht. Der ist jetzt in Gefahr.

Legende: Audio US-Beamte verlassen Flüchtlingsinseln abspielen. Laufzeit 02:06 Minuten.
02:06 min, aus SRF 4 News aktuell vom 17.07.2017.

Beamte des US-Ministeriums für Innere Sicherheit haben am Wochenende den Inselstaat Nauru und die zu Papua-Neuguinea zählende Insel Manus überraschend verlassen. Das sagte ein Sprecher der Organisation Refugee Action Coalition RAC zur Nachrichtenagentur AFP. Auf den Inseln befinden sich die berüchtigten Lager, in denen Australien Bootsflüchtlinge unterbringt.

Der Deal mit den USA sieht immer zweifelhafter aus.
Autor: Ian RintoulRefugee Action Coalition

Damit könnte ein Abkommen ins Stocken geraten, das die USA noch zum Ende der Amtszeit von Barack Obama mit Australien abgeschlossen hatte. Es sieht die Übernahme von 1’600 Menschen aus den Lagern vor. US-Präsident Trump hatte das Abkommen kurz nach seiner Amtseinsetzung einen «dämlichen Deal» genannt. Sagte aber, er werde sich daran halten.

Obergrenze erreicht

Mitglieder der australischen Regierung machten gute Miene zum bösen Spiel. Der überraschende Abzug sei verständlich, hiess es. Die USA hätte die ihre Flüchtlings-Obergrenze von 50’000 Personen erreicht, werde sich aber an die Abmachung halten. «Das haben mir sowohl Präsident Trump wie auch Vizepräsident Pence bestätigt», sagte die australische Aussenministerin Julie Bishop. Die USA würde die Flüchtlinge in der Nächsten Zählperiode, die im Oktober anfängt, aufnehmen.

Flüchtingsorganisationen sehen den Entscheid nicht so gelassen. Sie fürchten den Kollaps des Abkommens. Menschen, die seit Jahren eingesperrt sind, müssten so noch länger ausharren. «Der Deal mit den USA sieht immer zweifelhafter aus», sagte RAC-Sprecher Ian Rintoul zum «Guardian».

Abschiebung nach Kambodscha droht

Australien interniert Asylsuchende auf den Pazifikinseln Nauru und Manus. Menschenrechtsgruppen, die Vereinten Nationen und diverse Staaten kritisieren die Bedingungen dort. 2016 veröffentlichte der «Guardian» interne Dokumente aus Nauru, aus denen hervorgeht, dass die Flüchtlinge – auch Kinder – dort sexueller Belästigung, Gewalt ausgesetzt sind.

Die meisten der Menschen auf den Inseln sind anerkannte Flüchtlinge. Das Abziehen der US-Beobachter ist insbesondere für die Flüchtlinge auf Manus kritisch. Der Oberste Gerichtshof Australiens hat entschieden, dass das Lager dort verfassungswidrig sei und bis im Oktober geräumt sein muss. Der australische Einwanderungsminister Peter Dutton hatte aber versichert, die Lagerinsassen von Manus würden nicht nach Australien, sondern in Drittländer wie die USA oder Kambodscha verlegt.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Henriette Rub (ehb)
    Und was war doch gleich die Grundlage des heutigen Staates Australien? Ach ja, deportierte Kriminelle, kriminalisierte Arme, Abenteuerer, Auswanderer, Flüchtlinge. Land gestohlen von den Ureinwohnern und Diese in den Abgrund getrieben. In dem grossen Land sollte es also auch Heute noch Platz geben für ein par neue Flüchtlinge, vor Allem, da die Aborigines fast "ausgerottet" wurden.
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  • Kommentar von Christa Wüstner (Saleve2)
    Der Abzug ist eindeutig eine Antwort,dass die USA nicht bereit sind, die Flüchtlinge aufzunehmen. Bei anerkannten Flüchtlingen,müsste Australien gezwungen werden, die Menschen auf dem Festland zu integrieren. Australien hat die Voraussetzungen dies den Flüchtlingen zu ermöglichen.
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  • Kommentar von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
    "Kurz vor Ende seiner Amtszeit hat Barack Obama einen Flüchtlingsdeal mit Australien gemacht" Da hat B. Obama vor seinem Abtritt dem D. Trump doch tatsächlich noch ein Ei ins Nest gelegt. Was solls, Augen zu und durch.
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    1. Antwort von Marcel Chauvet (xyzz)
      ...................hier geht es, verglichen mit der Flüchtlingsmisere in Italien, "nur" um 1.600 in einem Lager in den Tropen hausende Menschen, welche wie versprochen von den großen USA übernommen werden sollen. Von Obama versprochen und von Trump gebrochen ? Würde mich bei der inhumanen Gesinnung des amtierenden POTUS nicht verwundern.
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