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VW-Abgasskandal US-Justiz fahndet weltweit nach früheren Volkswagen-Managern

Mehrere Diesel Motoren.
Legende: Im Herbst 2015 gestand VW dann ein, die Abgaswerte bei weltweit elf Millionen Dieselautos manipuliert zu haben. Reuters
  • Die US-Justiz hat im Abgas-Skandal einem Medienbericht zufolge fünf frühere Manager und Entwickler von Volkswagen weltweit zur Fahndung ausgeschrieben.
  • Den Angeklagten werden Verschwörung zum Betrug und Verstoss gegen US-Umweltvorschriften vorgeworfen.
  • Ein früherer Manager des Autobauers sitzt in den Vereinigsten Staaten bereits in Haft.
  • Ziel der US-Behörden ist es, die dort Angeklagten zu fassen und hinter Gitter zu bringen, wie «Süddeutsche Zeitung», NDR und WDR berichten.

«Neue Eskalationsstufe»

Der Abgas-Skandal war durch Ermittlungen von US-Behörden gegen Volkswagen aufgedeckt worden. Ihre Fahndung läuft demnach über die internationale Polizeiorganisation Interpol.

Die fünf in den USA Angeklagten könnten Deutschland nicht mehr verlassen, weil sie in einem anderen Staat wohl festgenommen und dann möglicherweise in die Vereinigten Staaten überstellt würden. Interpol in Lyon wollte sich auf Nachfrage der Nachrichtenagentur dpa nicht äussern.

Anfang des Jahres war ein früherer Volkswagen-Manager am Flughafen von Miami in Florida von der US-Bundespolizei FBI festgenommen worden. Er war bei VW bis März 2015 in leitender Funktion mit Umweltfragen in den USA betraut.

Deutschland droht auch

Die Affäre ist längst noch nicht aufgearbeitet. Auch in Deutschland laufen strafrechtliche Ermittlungen – die Staatsanwaltschaft Braunschweig ermittelt wegen des Verdachts auf Betrug gegen fast 40 Beschuldigte. Darunter sind die fünf früheren VW-Manager, die nun von der US-Justiz laut Bericht zur Fahndung ausgeschrieben wurden.

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13 Kommentare

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  • Kommentar von Stephanie von Walterskirchen (SVW)
    Das wird in Zukunft noch einige zum Staunen bringen was für das Erreichen der Klimabilanz für Vertuschungsaktionen aufgedeckt werden. Wir wollen so sehr das Weltklimaretten dass wir die Realität aus den Augen lassen dass es auch da um enormes Geldverdienen geht. Aber da gilt einer schon als Klimaleugner. Ok dann bin ich halt der Bösewicht der kritisch ist.
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  • Kommentar von Jean-Philippe Ducrey (Jean-Philippe Ducrey)
    VW hat sich in der EU nichts zu schulden haben kommen lassen. Die geltenden EU-Richtlinien wurden immer eingehalten. Anders in den USA: VW umging mit den Manipulationen nicht nur die CO2-Strafzahlungen, sondern hat damit auch steuerliche Vergünstigungen für die VW-Halter erwirkt. Damit hat VW, anders als in der EU, diverse US-Staaten und die Autohalter geschädigt. Wenn die Deutschen nun auf VW losgehen, ist das reine Gier auf mögliche Entschädigungen und sonst nichts.
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    1. Antwort von Karl Kirchhoff (Charly)
      "VW hat sich in der EU nichts zu schulden haben kommen lassen. Die geltenden EU-Richtlinien wurden immer eingehalten." Der Lacher! Natürlich hat der VW-Konzern auch in Europa beschissen! Nicht nur mit der Marke VW. Bei machen Modellen liegen die Abgaswerte einige 100 % über dem erlaubten! Weltweit sind etwa elf Millionen Fahrzeuge betroffen. Die meisten davon fahren in Europa. Seit Januar 2016 ruft VW in Deutschland nach und nach die betroffenen Autos in die Werkstätten zurück.
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  • Kommentar von Philipp Etter (Philipp Etter)
    Ich halte das Vorgehen der US-Justiz für bizarr. Sowohl die USA, wie auch die BRD verfügen über genügend staatsnahe oder staatliche Prüfanstalten, welche mit Leichtigkeit hätten feststellen können, dass VW falsche Angaben macht über Abgaswerte und allen betroffenen Fahrzeugtypen bereits die Verkehrszulassung verweigern müssen. Somit sind die Hauptschuldigen in denjenigen Regierungsstellen zu suchen, die sich jahrzehntelang mit nicht wirklich tauglichen Prüfverfahren zufrieden gegeben haben.
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    1. Antwort von Jean-Philippe Ducrey (Jean-Philippe Ducrey)
      @Etter: Der Staat macht die gesetzlichen Vorgaben in Absprache mit den Autokonzernen, letztendlich geht es um Wirtschaftlichkeit, um Arbeitsplätze, es geht auch um das technisch Machbare. Bei den Zulassungen von neuen Modellen behandelt der Staat einen Autokonzern als integer und spielt dabei sicher nicht Polizist. Genau hier hat sich VW in den USA selbst ein Ei gelegt, indem man betrogen und gelogen hat. VW hat sich so einen illegitimen Wettbewerbsvorteil verschafft und das geht nun mal nicht.
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