US-Ratingagentur sieht dunkle Wolken über der EU

Standard & Poor's stuft den langfristigen Ausblick für die Europäische Union von «stabil» auf «negativ» herunter. Sie reagiert damit auf die Griechenland-Krise und die britischen Austrittsgelüste. Selbst die Wertung als AA+ ist in Gefahr.

Die Ratingagentur Standard & Poor's glaubt offensichtlich nicht daran, dass Griechenland im Stande sein wird, seine Schulen bei der EU zurückzuzahlen. Mit Verweis auf die wiederholten Zusagen der Europäischen Union zur Stützung Griechenlands hat sie deren langfristigen Ausblick von «stabil» auf «negativ» korrigiert. Europa gebe wiederholt Gelder frei, «um mit hohem Risiko Mitgliedstaaten zu helfen, ohne dass diese Eigenmittel haben», heisst die konkrete Begründung.

Ohne es konkret auszusprechen, legte die Ratingagentur damit nahe, dass Griechenland seine Schulden bei der EU nicht begleichen wird. Mit dieser Beurteilung wird auch denkbar, dass Standard & Poor's die Bonität der Europäischen Union demnächst von derzeit AA+ herabstufen könnte.

Besorgnis wegen möglichen EU-Austritts der Briten

Negativ auf die Beurteilung des Ausblicks für die EU wirkt sich laut der Ratingagentur auch die Europadebatte in Grossbritannien aus. S&P äussert sich besorgt über die Möglichkeit eines Austritts eines der grössten Beitragszahlers in der Staatengemeinschaft.