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US-Wahlen «Buffalo Billion» – ein heikles Kapitel für die Demokraten

Buffalo im Bundesstaat New York ist die drittärmste Stadt der USA. Nach jahrzehntelangem Niedergang soll sie dank einer Milliardenspritze der Regierung von Gouverneur Cuomo zur High-Tech-Hochburg werden. Doch die «Buffalo Billion» versickert im Korruptionssumpf – mit Folgen für die Präsidentenwahl.

Das Ratshaus von Buffalo.
Legende: Buffalo mit dem prägnanten Rathausturm ist die zweitgrösste Stadt des Bundesstaats New York. Keystone/Archiv

Im Staat New York sind im Zusammenhang mit dem «Buffalo-Billion, Link öffnet in einem neuen Fenster»-Projekt neun Personen wegen Bestechung, Erpressung und Betrug angeklagt worden. Nun bangen die Einwohner im Norden des Bundesstaats um ihre Zukunft, die gerade erst wieder angefangen hat. Mit der «Buffalo-Milliarde» werden unter anderen Projekten eine der grössten Solar-Panel-Fabriken der Welt gebaut. Das soll nächstes Jahr 1500 hochbezahlte Jobs nach Buffalo bringen.

New Yorks demokratischer Gouverneur Andrew Cuomo betonte zwar umgehend, dass das vom Staat geführte und finanzierte Projekt wie geplant vorankäme. Er habe von den Vorwürfen nichts gewusst. Allerdings waren zwei der Angeklagten früher enge Mitarbeiter des Gouverneurs.

Bob McCarthy an seinem Redaktions-Arbeitsplatz.
Legende: Bob McCarthy, Politik-Redaktor bei den «Buffalo News». Ruth Wittwer, SRF

Misstrauen der Bevölkerung

Für Bob McCarthy, Politik-Redaktor der Zeitung «Buffalo News», sind solche Skandale Alltag. New York sei eben speziell: «Wir haben eine Liste mit all den Spitzenbeamten, die in den letzten zehn Jahren ins Gefängnis mussten. 35 Namen stehen dort drauf.»

Zurzeit arbeitet der Journalist redaktionell an sechs verschiedenen Skandalen gleichzeitig. Die neuste Untersuchung könnte darum kommende Woche allenfalls auch die Ergebnisse der Präsidentschaftswahl in der Region beeinflussen – zu Ungunsten von Kandidatin Hillary Clinton.

Die Bewohner von Buffalo fühlen Abscheu und Misstrauen gegen die Regierung.
Autor: Bob McCarthyRedaktor, «Buffalo News»

Laut Journalist McCarty könnte das Erie County, eine seit den 1970er Jahren stramm demokratische Region, erstmals an den republikanischen Kandidaten Donald Trump gehen:

«Die Bewohner von Buffalo fühlen Abscheu und Misstrauen gegen die Regierung. Sie sind bereit, jemanden zu wählen, der Washington von Grund auf erschüttern und auf den Kopf stellen will», meint McCarty. Also genau das, was Donald Trump seinen Wählern verspricht.

2 Kommentare

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  • Kommentar von Philipp Etter (Philipp Etter)
    Wenn das Geld, das die USA in ihre über die ganze Welt verteilten Militärstützpunkte reinpumpt dazu verwendet würde, benachteiligte oder wirtschaftlich angeschlagene oder abgestürzte Regionen in den USA gezielt zu fördern, ginge es den Amerikanern besser und die Welt würde friedlicher.
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  • Kommentar von Beat Reuteler (br)
    Also wird es auf die Gutgläubigkeit der Leute ankommen. Hoffe die schneiden sich nicht. Es ist ja nicht so dass zwingend die Korruption dort am schlimmsten ist wo am meisten Skandale und bestrafte vorhanden sind. Vielleicht sind die Zeitungen dort angriffiger und decken das Zeug eher auf.
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