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US-Wahlen Einschätzung: «Clinton überzeugte mehr als Trump»

Nach Einschätzung von USA-Korrespondentin Priscilla Imboden konnte Donald Trump auch in der dritten Fernsehdebatte kaum Boden gut machen. Seine Andeutungen, das Wahlresultat möglicherweise nicht zu anerkennen, seien zwar sehr dreist, jedoch kaum überraschend.

SRF News: Nach dem Fernsehduell dominieren in den USA die Schlagzeilen über Donald Trumps Andeutung, das Wahlresultat vielleicht nicht zu akzeptieren. Wie ist diese Aussage zu deuten?

Priscilla Imboden: Das ist eine dreiste Aussage, für Donald Trump aber nicht so erstaunlich. Er hat schon immer Verschwörungstheorien verbreitet, etwa das Präsident Barak Obama kein US-Bürger sei, dass Hillary Clinton bezahlte Randalierer an seine Wahlkampfauftritte schicke, dass Sie und Obama den Islamischen Staat gegründet hätten. Das ist Teil seiner Strategie, damit kann er auch Vorwürfe entkräften. Wenn etwa Frauen behaupten, sie seien von ihm begrapscht worden, stellt er das als Erfindung von Clintons Kampagne und der Medien dar.

Welche Themen haben die dritte und letzte Debatte sonst geprägt?

Es ging auch um die Wikileaks-Enthüllungen, in denen interne Mails aus der Clinton-Kampagne zeigten, dass es eine grosse Nähe gab zwischen der Aussenministerin Clinton und der Clinton Foundation ihres Mannes etwa. Sie lenkte aber ab, indem sie darauf hinwies, dass der Kreml diese Emails gestohlen habe um die Wahlen zu beeinflussen würde. Thema war auch das US-Bundesgericht, die Wirtschaft, die Kompetenzen der beiden Kandidaten. Dabei kam nichts Neues heraus.

Das Duell war auch geprägt von den längst bekannten gegenseitigen Vorwürfen. Trump wiederholte seine Kritik an Clinton, dass sie als Teil des Systems seit Jahrzehnten nichts bewirkt habe. Clinton wiederum warf ihrem Kontrahenten dessen angebliche Nähe zu Wladimir Putin vor.

Wer hat mehr punkten können ihrer Ansicht nach?

Trump war fahrig aber angriffig. Damit hat er seine Unterstützer sicher überzeugt. Aber er hat es auch in dieser Debatte nicht geschafft, von seinen extremen Positionen und seiner Schock-Strategie abzurücken. Bei moderateren Wählern kommt das schlecht an. Clinton war kühl und souverän. Sie überzeugte dadurch mehr, ähnlich wie in den früheren Debatten. Sie hat derzeit einen deutlichen Vorsprung in den Umfragen und das dürfte auch nach dieser Debatte so bleiben.

Priscilla Imboden

Priscilla Imboden

Priscilla Imboden ist schweizerisch-amerikanische Doppelbürgerin und war vier Jahre lang als USA-Korrespondentin für SRF tätig, bevor sie zur Bundeshausredaktion von Radio SRF stiess. Davor arbeitete sie bereits während acht Jahren in der Wirtschaftsredaktion von Radio SRF in Bern.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Benedikt Walchli (Benedikt Walchli)
    Habe eigentlich nichts anderes erwartet: Links-Liberale Medien sagen HC hat gewonnen, Rechts Medien DT. Die Medien, speziell die staatlich finanzierten, sollten ja eigentlich ausgewogen und neutral informieren und dem Leser die Meinungsbildung überlassen.
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  • Kommentar von Daniela de Maddalena (Daniela)
    Die Demokraten haben, nicht nur unter Obama sondern auch Clinton, bewiesen , dass sie fähig sind, die USA aus dem Disaster, welches die Republikaner nach ihrer jeweiligen Regierungszeit hinterlassen haben, zu führen. Trotz widrigen Umständen herbeigeführt von den Republikanern, welche sich dabei vor allem darauf konzentriert haben, die Demokraten in ihrem Handeln zu behindern. Trump ist nun das Tüpfelchen auf dem i der republikanischen teaparty -Strategie: einfach nur dumm!
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  • Kommentar von Rolf Bolliger (robo)
    Die auch beim 3. gemeinsamen Auftritt erfolgte Wertung überrascht nun wirklich niemand! Trump ist und bleibt die meist benützte Zielscheibe für alles "Schlechte", was ein Mensch haben kann! Die USA-Wahlberechtigte sind wirklich nicht zu beneiden! Die (laut eigener Einschätzung der Amerikaner) noch wichtigste Weltmacht, sendet ein ganz schlechtes Licht in die Welt hinaus! Warum meldet sich kein fähiger, echt patriotischer und zuverlässiger US-Bürger für das (scheints wichtige) Präsidenten-Amt?
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