USA: «IS-Terrormiliz schrumpft»

Sowohl in Irak als auch in Syrien ist die IS-Terrormiliz zurückgeschlagen worden. Das meint das Pentagon und verweist auf grosse Geländegewinne, zumindest im Zweistrom-Land. Auch bedeutende Teile der Ölreserven und Bargeldbestände seien den Dschihadisten abhanden gekommen.

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Bildlegende: Jets der US-Koalition über Kampfgebieten in Irak und Syrien. Das Pentagon vermeldet Geländegewinne. Keystone

Die Anti-IS-Koalition hat nach Angaben des Pentagon 45 Prozent des einst von der Terrormiliz Islamischer Staat in Irak gehaltenen Territoriums zurückerobert. Das sagte Pentagon-Sprecher Peter Cook in Washington.

«Stark in der Defensive»

In Syrien betrage der zurückgewonnene Anteil zwischen 16 und 20 Prozent, sagte Cook. Zuvor hatte bereits der Sonderbeauftragte von US-Präsident Barack Obama für die IS-Bekämpfung, Brett McGurk, erklärt, der IS sei auf dem Rückzug.

Seit der Einnahme der irakischen Stadt Ramadi vor einem Jahr habe der IS nicht viel Boden gutgemacht. Im Gegenteil: Im Dezember habe der IS die Kontrolle über Ramadi verloren. Der IS «schrumpft und ist stark in der Defensive», hatte McGurk in der jordanischen Hauptstadt Amman berichtet.

«Täglich präzisere Angriffe»

Der Grund dafür seien eine genauere Aufklärung und eine bessere Ausrüstung der örtlichen Sicherheitskräfte, die die US-geführte Allianz in ihrem Kampf gegen den IS unterstützen. Die Extremisten kontrollieren noch immer Mossul im Irak und Rakka in Syrien.

Auch im Ausland stellen sie eine ernstzunehmende Bedrohung dar. So hat sich der IS zu den Anschlägen in Paris im November und in Brüssel im März bekannt.

McGurk sagte, die US-geführte Allianz mache Fortschritte in ihren Bemühungen, Mossul und Rakka zu erobern. «Wir führen fast täglich präzise Angriffe auf Mossul aus. Es gibt einen konstanten abgestimmten Druck.»

Was bleibt, wenn der IS geht? (Teil2)

6:52 min, aus 10vor10 vom 28.4.2016

«Hunderte Millionen Dollar genommen»

Ausserdem sei es unlängst gelungen, in Mossul Geldvorräte der Extremisten auszumachen und ihnen «Hunderte Millionen Dollar aus der Kasse zu nehmen». Daher sei der IS gezwungen, den Sold für seine Kämpfer zu halbieren. Details über den Einsatz nannte McGurk nicht.

In den kommenden Wochen und Monaten werde die Allianz nun die IS-Hochburg Rakka ins Visier nehmen und den Druck auf die Extremisten erhöhen. Der IS, der noch immer weite Teile im Irak und im Nachbarland Syrien kontrolliert, hatte Rakka zu seiner Hauptstadt ausgerufen.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Was bleibt, wenn der IS geht?

    Aus 10vor10 vom 27.4.2016

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  • Islamischer Staat unter Druck

    Aus 10vor10 vom 27.4.2016

    Vor knapp zwei Jahren begann die Ausbreitung der islamistischen Terror-Armee. Sie rief ihr Kalifat aus und nannte sich fortan «Islamischer Staat». In seinem Kerngebiet herrscht der IS mit eiserner Hand. Doch gerade im Irak gerät er immer mehr in die Defensive. Auch in der wichtigen Stadt Mosul, der zweitgrössten im Irak.

  • FOKUS: IS-Gefahr in Europa

    Aus 10vor10 vom 24.3.2016

    Der IS gerät zurzeit in seinen Stammlanden in Bedrängnis. Schätzungen zufolge soll er etwa im Irak bereits 40 Prozent seines Gebietes verloren haben. Wenn der IS seine Stammlande verliert, trägt er den Kampf dann vermehrt in westliche Städte? «10vor10» geht dieser Frage nach.