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Thaad - Raketenabwehr
Legende: Das Raketenabwehrsystem richte sich einzig gegen Nordkorea. Reuters
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International USA und Südkorea planen Raketenabwehr: Nordkorea droht mit Gewalt

Säbelrasseln auf der koreanischen Halbinsel: Nordkorea will militärische Massnahmen ergreifen, sollten Washington und Seoul eine gemeinsame Raketenabwehr in Südkorea errichten. Zudem hat Pjöngjang nach eigenen Angaben die letzten diplomatischen Beziehungen zu Washington gekappt.

Pjöngjang hat den USA und Südkorea mit militärischer Gewalt gedroht, sollten sie mit ihren Plänen für die Errichtung eines Raketenschilds auf südkoreanischem Boden ernst machen.

Die Demokratische Volksrepublik Korea werde eine «Gegenaktion» starten, sobald der Ort und der Zeitpunkt der Stationierung des Raketenschilds bestätigt würden, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur KCNA das Militär des Landes. Die Streitkräfte verfügten dazu über ausreichende moderne Mittel, hiess es weiter.

Die südkoreanische Regierung bezeichnete die Drohung aus dem Norden als «lächerlich». «Nordkorea muss zugeben, dass es selbst den Frieden und die Stabilität auf der koreanischen Halbinsel bedroht, und sich für seine Provokationen entschuldigen», sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Seoul.

Diplomatische Verbindungen gekappt

Zudem hat Nordkorea nach eigenen Angaben auch die letzten diplomatischen Verbindungen zu den USA gekappt. Das Land sei informiert worden, dass nunmehr sämtliche Kanäle geschlossen worden seien, meldete KCNA.

Grund dafür soll jedoch vor allem die Entscheidung der US-Regierung sein, den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un persönlich wegen Menschenrechtsverletzungen mit Sanktionen zu belegen. Alle Angelegenheiten würden nun im Rahmen des Kriegsrechts behandelt, meldete die Agentur weiter.

Kritik aus China

Washington und Seoul hatten am Freitag gemeinsame Pläne für die Stationierung eines Raketenabwehrsystems in Südkorea verkündet. Das Raketenschild THAAD richte sich einzig gegen Nordkorea, erklärten die Verteidigungsministerien beider Länder. Die Entscheidung stösst in Peking auf Kritik, da die Raketen auch in einem Konflikt mit China strategische Bedeutung für die USA hätten.

Wo genau und wann der Raketenschild stationiert werden soll, wurde zunächst nicht mitgeteilt. Offenbar als Reaktion auf die Ankündigung testete Nordkorea am Samstag nach Angaben aus Seoul erneut eine von einem U-Boot abgefeuerte Rakete.

Widerstand der Bevölkerung

Der geplante Raketenschild stösst bei den Bürgern an den möglichen Standorten in Südkorea auf Widerstand. Am Samstag demonstrierten 3500 Menschen im Bezirk Chilgok. Sie beklagten, dass die Region seit der Stationierung von US-Truppen 1960 unter Stagnation leide.

Am Montag war eine Demonstration im Bezirk Eumseong geplant, um gegen die mangelnde Aufklärung der Bevölkerung über mögliche Gefahren der Abwehrraketen zu protestieren.

Immer wieder Abschüsse von Raketen

Nordkorea hatte im Januar eine Atombombe zu Testzwecken gezündet, es war Pjöngjangs vierter Atomwaffentest. Dem schlossen sich eine Reihe von Raketentests an. Der UNO-Sicherheitsrat beschloss deshalb Anfang März die bislang schärfsten Sanktionen gegen das isolierte Land.

Trotzdem feuerte Nordkorea im April erneut eine Rakete ab, offenbar auch von einem U-Boot. Vor gut zwei Wochen folgten Tests von zwei Mittelstreckenraketen, bei denen es sich vermutlich um Raketen des neuen Typs Musudan handelte.
Diese Raketen sollen eine Reichweite von bis zu 4000 Kilometern haben, womit sie auch den US-Stützpunkt auf der Pazifikinsel Guam treffen könnten.

Was ist THAAD?

THAAD steht für Terminal High Altitude Area Defence. Es ist ein modernes Raketenabwehrsystem, das Geschosse abfeuert, um feindliche Raketen abzuschiessen.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Kerzenmacher Boris  (zombie1969)
    Die Amerikaner werden nicht gross überrascht sein, dass K. Jong-Un darauf aggressiv reagiert. Im Zweifel aber sind China die Beziehung zu den USA wichtiger als Nordkorea. In Verbindung mit den gescheiterten Raketentests in Nordkorea sieht man wohl einen glücklichen Zeitpunkt, den innenpolitischen Druck zu erhöhen. Wenn K. Jong-Un nun persönlich angegriffen wird, ist wohl ein Machtputsch das gewünschte Ventil.
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  • Kommentar von Urs Graf  (U.Graf)
    Die USA haben noch ganz andere Pläne. Nordkorea kommt gerade gelegen um Raketen "zur Sicherheit" zu stationieren. Auf koreanischem Boden notabene mit allen Konsequenzen für die Südkoreaner. Unbestritten und gezielt verlagert die USA immer mehr Kriegsmaterial in die Nähe Chinas. Lassen wir uns nicht blenden: "Friedensnobelpreisträger" Barak Hussein Obama ist nach wie vor der grösste Lügner und Kriegstreiber weltweit.
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  • Kommentar von Christa Wüstner  (Saleve2)
    Vor diesen Drohungen des Psychopathen habe ich wirklich Angst. Was passiert, wenn er es diesmal wirklich ernst meint. Die Grenze zu Nordkorea liegt nördlich der Hauptstadt Seoul, da sind nicht viele Kilometer dazwischen. Oder macht man sich vom Süden her bereit, und rechnet mit einem Angriff, um ihn schnell zu schlagen? Liegt da ein Taktik dahinter um den Provokationen von Kim ein Ende zu bereiten?? Nur Vermutungen von mir, keinerlei Beurteilung der Lage.
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