Verheerendes Selbstmordattentat im Jemen

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat im Süden von Jemen zugeschlagen. Bei einem Selbstmordattentat mit einer Autobombe in der Stadt Aden riss ein IS-Kämpfer Dutzende Menschen mit in den Tod. Ziel war ein Rekrutierungszentrum der Armee.

Menschen stehen vor einem beschädigten Gebäude. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Ziel des Attentäters waren Rekruten, die auf der Seite von Präsident Abd-Rabbu Mansur Hadi standen. Reuters

Bei einem Selbstmordanschlag in der Stadt Aden im Süden Jemens sind mindestens 54 Menschen getötet worden. Dies teilte das Gesundheitsministerium mit. Weitere über 60 Personen wurden verletzt. Andere Quellen sprechen gar von über 60 Toten.

Nach Angaben der Sicherheitskräfte drang der Angreifer mit seinem mit Sprengstoff beladenen Fahrzeug in das abgeriegelte Militärgelände ein, als das Eingangstor für einen Lieferwagen geöffnet wurde. Der Anschlag galt demnach einer Gruppe von Rekruten, die sich für den Militärdienst registrieren lassen wollten.

Die Explosion brachte nach Augenzeugenberichten unter anderem ein Dach zum Einsturz. Einige Rekruten wurden demnach unter den Trümmern begraben.

IS bekennt sich zu der Tat

Ob es sich bei allen Toten um Rekruten handelte, ist unklar. Rettungskräfte brachten nach dem Anschlag dutzende Verletzte in die Krankenhäuser der Stadt, wo viele von ihnen ihren schweren Verletzungen erlagen.

Bombenanschlag im Jemen

Die Terrormiliz IS beanspruchte den Anschlag für sich. Wie das IS-Propagandaorgan Amaq über Twitter mitteilte, wurde der Angriff auf das Rekrutierungszentrum in Aden von einem IS-Kämpfer verübt.

Lange anhaltender Konflikt

Aden ist von der Regierung von Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi zur provisorischen Hauptstadt des Jemen erklärt worden, weil die eigentliche Hauptstadt Sanaa in der Hand der Huthi-Rebellen ist.

Im Jemen kämpfen Regierungstruppen seit Anfang 2015 gegen die schiitischen Huthi-Rebellen und ihre Verbündeten in der Armee, die neben der Hauptstadt auch einen grossen Teil des Nordens kontrollieren.

Drei Millionen Vertriebene

Eine von Saudi-Arabien angeführte Koalition arabischer Staaten bombardiert seit März vergangenen Jahres die Aufständischen. Das Bündnis wirft den schiitischen Huthis vor, vom ebenfalls schiitischen Iran unterstützt zu werden. Saudi-Arabien betrachtet den Iran als Erzrivalen in der Region. Die Luftangriffe unterstützen den international anerkannten Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi. Extremisten machen sich das Chaos in dem armen Land zunutze.

Die jemenitische Bevölkerung leidet massiv unter dem blutigen Konflikt. Seit dem Beginn der saudischen Luftangriffe wurden einem UNO-Bericht zufolge rund 3800 Zivilisten getötet und mehr als 6700 verletzt. Demnach leiden 7,6 Millionen Jemeniten an Unterernährung, drei Millionen wurden aus ihren Wohnorten vertrieben.