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International Verletzte bei neuen Ausschreitungen in Brasilien

Wieder Proteste in Brasilien: Über 100'000 Menschen sind gegen Korruption und soziale Missstände auf die Strassen gegangen. Dabei kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen mit der Polizei.

Legende: Video Proteste gehen weiter abspielen. Laufzeit 0:28 Minuten.
Aus Tagesschau vom 23.06.2013.

Brasilien kommt nicht zur Ruhe. Am Samstag demonstrierten während Fussballspielen in Belo Horizonte und in Salvador da Bahia Zehntausende.

In beiden Städten versuchten Demonstranten, zu den Stadien vorzudringen. Sie wurden aber von der Polizei daran gehindert.

Mehr als ein Dutzend Verletzte 

In Belo Horizonte bewarfen die Randalierer die Polizisten mit Steinen und legten Brände. Die Polizei reagierte mit Tränengas, Pfefferspray und Gummigeschossen. Das Resultat: 15 Verletzte auf beiden Seiten. Die Mehrheit der Demonstranten protestierte friedlich.

Auch in São Paulo, Santa Maria und in São Luís gingen Menschen auf die Strasse. In allen Städten trugen die Menschen Plakate mit der Aufschrift «Schluss mit Korruption» mit sich.

Frauen gegen Sexismus

Legende: Video Einschätzung von Tjerk Brühwiller, Korrespondent NZZ, São Paulo abspielen. Laufzeit 2:24 Minuten.
Aus Tagesschau vom 23.06.2013.

Viele Demonstranten kritisieren die geplante Änderung eines Gesetzes. Dieses schränkt die Ermittlungsbefugnisse der Staatsanwaltschaft ein und überträgt diese auf die Polizei. Zudem demonstrierten in Brasilia etwa 3000 Frauen gegen Sexismus.

Präsidentin Dilma Rousseff hatte am Freitag in einer TV-Ansprache an die Bevölkerung einen «grossen Pakt» angekündigt. Sie will das öffentliche Nahverkehrssystem verbessern, mehr Geld aus dem Ölgeschäft in die Bildung investieren und mehr Ärzte einstellen.

Umfrage: Mehrheit für Proteste

75 Prozent der Brasilianer unterstützen die Demonstranten. Für 77 Prozent sind die teureren Billette des miserablen öffentlichen Verkehrs das Motiv für ihren Ärger. Das Verhalten der Politiker gaben 47 Prozent als Grund an. 33 Prozent nannten die Korruption. Allerdings stehen 67 Prozent hinter der Ausrichtung Fussball-WM – trotz hoher Ausgaben.

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