Vernichtung syrischer Chemiewaffen gerät in Verzug

Erste Verzögerungen bei der Vernichtung syrischer Chemiewaffen. Das Land werde eine für den 31. Dezember gesetzte Zwischenfrist «wahrscheinlich nicht» einhalten können, erklärt die UNO.

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Bildlegende: Norwegische Marinesoldaten bereiten sich in Zypern auf die Sicherung der Chemiewaffen-Frachter vor. Reuters

Die Vereinten Nationen forderten die Regierung von Präsident Baschar al-Assad jetzt auf, ihre «Anstrengungen» zur Einhaltung der Verpflichtungen zu «verstärken».

Gemäss einer vom UNO-Sicherheitsrat verabschiedeten Resolution muss das Arsenal bis Mitte 2014 vollständig vernichtet sein. Die gefährlichsten Kampfstoffe sollten allerdings bereits bis zur Jahreswende ausser Landes gebracht und bis spätestens April zerstört werden.

Die Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) stellte Mitte Dezember ihren Plan für die Vernichtung vor.

Abrüstung auf hoher See

Er sieht vor, die Giftgasbestände in Lastwagen zum syrischen Mittelmeerhafen Latakia zu bringen. Dort sollen die Waffen von Frachtern aufgenommen werden, die sie in Begleitung von norwegischen und dänischen Kriegsschiffen in einen italienischen Hafen transportieren, um die gefährlichsten Kampfstoffe auf ein US-Spezialschiff umzuladen.

Dort sollen die Kampfstoffe in ihre Bestandteile gespalten werden. Übrig bleiben soll toxischer Müll, der ähnlich wie gewöhnlicher Industrieabfall entsorgt werden kann.

Unterfangen der Weltgemeinschaft

Für den Transport der rund tausend Tonnen Chemiewaffen sollen die USA etwa 3000 Container stellen. Nach Angaben der OPCW stellt Russland gepanzerte Lastwagen für den Transport sowie Kriegsschiffe, um die Operation in Latakia und den syrischen Hoheitsgewässern zu sichern.

Die Schweiz lieferte den OPCW-Inspektoren 1200 Spritzen mit Gegengift.

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