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International Vier Tote bei Selbstmordanschlag in Istanbul

Der Anschlag im Herzen der türkischen Stadt forderte laut den Behörden mindestens vier Tote und über 30 Verletzte. Die Detonation ereignete sich im europäischen Teil von Istanbul. Ein Mann sprengte sich laut türkischen Medien mit einem Sprengstoffgürtel in die Luft.

Legende: Video Selbstmordanschlag in Istanbul abspielen. Laufzeit 1:27 Minuten.
Aus Tagesschau vom 19.03.2016.

Bei einem Selbstmordanschlag auf einer Einkaufsstrasse der türkischen Metropole Istanbul hat ein Attentäter mindestens vier ausländische Staatsbürger mit in den Tod gerissen. Dabei handelt es sich laut türkischen Medien um zwei israelische Staatsbürger, zwei US-Amerikaner und einen Iraner.

36 Personen wurden bei dem Anschlag verletzt, sieben von ihnen schwer. Ein Sprecher des israelischen Aussenministeriums erklärte, mindestens elf israelische Staatsbürger seien verletzt worden

Laut türkischen Medien sprengte sich ein Mann mit einem Sprengstoffgürtel in die Luft. Mitarbeiter der türkischen Regierung bezichtigten die verbotene Kurdische Arbeiterpartei PKK oder ihr nahestehende Organisationen dieses vierten Selbstmordanschlags in diesem Jahr. Auch eine Verwicklung der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) sei möglich. Zur Tat hat sich niemand bekannt.

Anderen Anschlags-Ort geplant

Ort des Anschlags war die Istiklalstrasse im europäischen Stadtteil. Diese Einkaufstrasse ist bei Touristen besonders beliebt.

Helikopter kreisten über dem Unglücksort, Rettungswagen rasten zum Ort der Explosion. Die Polizei sperrte die Einkaufsstrasse Istiklal weiträumig ab. Laut einem Behördenvertreter wollte sich der Attentäter offenbar an einem noch belebteren Ort in die Luft sprengen, sei aber wegen der Anwesenheit von Polizisten davon abgehalten worden.

Anschläge häufen sich

Am Donnerstag und Freitag waren das deutsche Generalkonsulat in Istanbul, die Botschaft in Ankara und weitere deutsche Einrichtungen wegen einer Terrorwarnung geschlossen worden. Das Auswärtige Amt hatte die Bundesbürger am Wochenende zu Achtsamkeit in Istanbul aufgerufen.

Erst vergangenen Sonntag gab es einen Anschlag in der Hauptstadt Ankara mit 37 Toten, zu dem sich eine Splittergruppe der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK bekannte. Die TAK, die 2004 aus der PKK hervorging, hatte sich schon im Februar zu einem Anschlag auf einen Militärkonvoi in Ankara bekannt.

In Istanbul hatte im Januar ein Selbstmordattentäter zwölf deutsche Touristen mit in den Tod gerissen. Die Tat wurde der Terrormiliz Islamischer Staat zugerechnet.

Warnung an Touristen

Das deutsche Auswärtige Amt warnt seine Landsleute in Istanbul. Die Touristen sollten ihr Hotel vorerst nicht verlassen. Die Schweiz rät nicht grundsätzlich von Reisen in die Türkei ab. Es könne aber zu Demonstrationen und Ausschreitungen kommen, schreibt das EDA auf seiner Website. Grössere Menschenansammlungen seien zu meiden.

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27 Kommentare

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  • Kommentar von Tamer Aboalenin (Tamer)
    Als öffentlich rechtliches Medium soll die SRF neutral, sowohl in ihrer Berichterstattung als auch bei der Veröffentlichung der Kommentare sein. Erfahrungsgemäß ist das SRF-News Team sehr parteiisch bei der Wahl der Kommentare. Sie veröffentlichen nur, die Kommentare die der Meinung des Teams entsprechen. Dies ist ein Widerspruch zur Neutralität des SRF und zugleich eine Beschränkung der freien Meinungsäußerung. Ich glaube man muss in diesem Fall den ombudsman einschalten.
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    1. Antwort von m. mitulla (m.mitulla)
      Schalten Sie ruhig den Ombudsmann ein T.Aboalenin... Ihre eigenen Kommentare sind ja auch nicht neutral, und trotzdem publiziert worden. SRF ist nicht neutral und soll auch nicht neutral sein. Bisher haben wir immer noch eine gewisse Meinunsäusserungsfreiheit. Nachrichtenagenturen einen Maulkorb zu verpassen oder sie zu schliessen, wie das in der Türkei passiert ist, entspricht nicht unserer Kultur - und hoffentlich bleibt das so!
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    2. Antwort von James Klausner (Harder11)
      Es freut uns, dass auch Sie die Freiheit in diesem Land beanspruchen durften, um hier Ihre Meinung bei SRF darzustellen. Sie machen sich über unsere Medien Sorgen? Nun, wir mussten gerade feststellen wie massiv und drastisch die AKP-Regierung in die Arbeit der türkischen Presse eingreift. Wohin dürfen wir uns diesbezüglich mit unseren Beschwerden richten? Die Presse muss nicht neutral sein, sondern möglichst objektiv, sie darf Dinge benennen wie sie sind.
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  • Kommentar von marlene Zelger (Marlene Zelger)
    In Gedanken blende ich zurück in die Jahre 1967 und 1990, als wir noch in Frieden und ohne Angst vor Anschlägen zu haben, auf je einer Kreuzfahrt die pulsierende und großartige Stadt Istanbul mit ihren imposanten Sehenswürdigkeiten besuchen konnten, durch die Einkaufsstrasse und den malerischen Basar flanierten und beim ersten Besuch sogar einen Migros-Laden entdeckten. Und nun wird der orientalische Zauber von Terror u. Angst überschattet..
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  • Kommentar von James Klausner (Harder11)
    Istanbul, eine der Grossmütter der europäischen Zivilisation, seit 1600 Jahren eine Weltstadt, was wird dieser feige Anschlag dieser Stadt schon anhaben können! Ich werde da WIE IMMER hinfahren, mich in mein Kaffee an der "Grande Rue de Pera" setzen und WIE IMMER Freunde treffen. Man darf vor solchen Barbaren niemals einknicken. Und noch etwas: Kurden rennen niemals mit Sprengstoffgürteln in Fussgängerzonen, um wahllos Zivilisten umzubringen. Istanbul wird auch die AKP-Regierung überleben.
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