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International Vom Dschihad auf die Anklagebank

Zum ersten Mal steht in Deutschland ein Mitglied der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) vor Gericht. Der Syrien-Rückkehrer muss sich vor dem Oberlandsgericht Frankfurt am Main unter anderem wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Organisation verantworten.

Legende: Video Prozess gegen IS-Milizionär abspielen. Laufzeit 01:58 Minuten.
Aus Tagesschau vom 15.09.2014.

Der Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main verhandelt seit heute gegen einen 20-Jährigen, der laut Anklage 2013 in Syrien in den «Heiligen Krieg» gezogen ist. Der Angeklagte verweigert bislang jede Aussage. Indizien deuten auf die «Dschihad-Karriere» eines Mitläufers hin.

«Mildes» Urteil im Gegenzug für Kooperation?

Die Bundesanwaltschaft wirft dem in Bad Homburg geborenen Deutschen mit Wurzeln im Kosovo vor, Mitglied einer ausländischen terroristischen Vereinigung gewesen zu sein und eine schwere staatsgefährdende Straftat im Ausland vorbereitet zu haben.

Der Vorsitzende Richter stellte in Aussicht, «Milde walten zulassen», wenn Kreshnik B. gesteht und aussagt. Dann könnte er nach Jugendstrafrecht zu einer Strafe von drei Jahren und drei Monaten bis vier Jahren und drei Monaten verurteilt werden.

6 Monate Islamischer Staat – und zurück

Am ersten Prozesstag sagte der Angeklagte noch nicht aus. Sein Anwalt kündigte eine Erklärung für den nächsten Prozesstag am kommenden Freitag an. Nach der Verlesung der Anklageschrift wurden lediglich die Mitschnitte zweier Telefongespräche vorgespielt. In ihnen erschien Kreshnik B. als Mitläufer. «Du bist jung, dumm und naiv», sagte eine Verwandte in dem Telefonat.

Der Vertreter der obersten deutschen Anklagebehörde sagte, Kreshnik B. habe sich 2011 verstärkt dem Islam zugewandt. Im Juli 2013 sei er mit Gleichgesinnten über Istanbul in die Provinz Aleppo gereist. Dort soll er sich eine Waffe besorgt und eine Waffenausbildung durchlaufen haben.

Er soll Sanitäts- und Wachdienste geleistet haben, an Anwerbeaktionen beteiligt gewesen sein und bei mehrtägigen Kampfeinsätzen mitgemacht haben. Im Dezember 2013 wurde er am Frankfurter Flughafen festgenommen.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von M.Maruhn, Düren
    Glücklicher Weise wird im " demokratischen " Deutschland verhandelt, somit kann der Angeklagte auf einen humanitären Einsatz plädieren und die nötige Anerkennung bestättigt kommen. Was sonst, sind Sanitäts.- und Wachdienste vor Ort ? Wenn in Deutschland der Staatschutz tätig ist.... - siehe Dönermorde / NSU
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  • Kommentar von Thomas Käppeli, Guatemala Ciudad
    Die von Frau Zelger erwähnte Sendung kann ich weiter empfehlen. Der Islam ist dabei nur ein Beispiel, wie gewisse Kreise die Tatsache nutzen, Jugendliche wie Erwachsene mit wenig gefestigtem Ich-Verständnis und/oder in unseren Gesellschaften benachteiligt, sie für ihre Zwecke zu gewinnen und einzuspannen. Ein Beispiel sind unsere Maras (kriminelle Banden). Die Bande wird zur „Ersatzfamilie“ und sozialem Netz für entwurzelte, ausgegrenzte und orientierungslose meist Kinder und Jugendliche.
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    1. Antwort von A.Käser, Zürich
      T.K./Wenn es solche Jugendliche gibt,und es gibt sie leider zu Hauf,liegt ein gewaltiges,gesamt-gesellschaftliches Problem vor.Wie wäre es,diesen Ursachen auf den Grund zu gehen,als im Aussen nach dem"Teufel"zu suchen?Unsere gesamt-gesellschaftliche Probleme sind immer wieder dieselben.Und sie sind bereits Jahrhunderte alt.Ebenso alt wie die Religionen es sind.Könnte nicht sein,dass die"Wurzel des Übels"viel tiefer und verborgener liegt,als man dies der gutgläubigen Masse weismachen will?
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    2. Antwort von Thomas Käppeli, Guatemala Ciudad
      Geschätzte(r) @A.K. Ihrer Meinung. Seit Mensch Geschichte schreibt, bezeugt er sein Unvermögen, sozial und pfleglich mit sich umzugehen, respektive einvernehmlich Geben und Nehmen. Statt dessen gilt: "Des Menschen Wolf ist der Mensch.". Eines ist klar: Wir haben den Schritt vom triebgesteuerten Tier zum geistigen Wesen trotz Riesenhirn mehrheitlich nie geschafft. Hormone vs. rationalen Verstand. Noch schlimmer, Mensch tötet oft aus Lust, das Tier zum Überleben emotionslos. Jetzt gib’s Prügel.
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  • Kommentar von W. Pip, Züri
    Ich bin ja gespannt, was dabei rauskommt. Wahrscheinlich nichts von Belang. Was dann bestätigen würde, dass der Normalbürger die Kontrolle über sein Land längst verloren hat. Willkommen im neuen Europa, dem erfolgreich vorbereiteten Terrain für den Islam.
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