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International Vom Tourismus in Bethlehem profitieren alle

Bethlehem, ein paar Kilometer südlich von Jerusalem, gilt als Geburtsstätte von Jesus Christus. Und auch heuer ist an Weihnachten der Andrang von Touristen besonders gross. Die Journalistin Gisela Dachs lebt in Israel. Sie sieht für die Wirtschaft in der Heiligen Stadt nur Vorteile.

Bis vor wenigen Tagen lag Bethlehem im Westjordanland noch unter einer Schneedecke. Die ist jetzt geschmolzen. Auf dem grossen Platz vor der Geburtskirche steht ein riesiger Weihnachtsbaum mit roten Kugeln und einem grossen, metallenen Stern auf der Spitze.

Die Geburtskirche selbst wird gerade renoviert. Sie ist im letzten Jahr als Weltkulturerbe der Unesco anerkannt worden. «Deshalb fliessen viele Gelder», weiss Gisela Dachs – und damit die nötigen Mittel, «um aus dieser Kirche endlich wieder das zu machen, was sie mal war». Zudem locken ein riesiger Weihnachtsmarkt und Dekorationen in der ganzen Stadt Besucher an. «Das heisst, die Touristen sind in diesen Tagen noch zahlreicher als sonst das ganze Jahr über.»

Palästinenser verdienen Geld mit Kreuzen

Doch wie wichtig ist das Weihnachtsgeschäft für die lokale Bevölkerung? «Es ist wie sonst im Jahr auch: Tourismus ist das wichtigste Geschäft», fährt Dachs fort. An Weihnachten vielleicht noch ein bisschen mehr, denn: «Viele Palästinenser in Bethlehem leben vom Verkauf von Souvenirs und von der Restauration.»

Ein Palästinenser schnitzt ein Kruzifix. Er verkauft seine Werke als Souvenirs an Touristen.
Legende: Ein Palästinenser schnitzt ein Kruzifix. Er verkauft seine Werke als Souvenirs an Touristen. Keystone

In dem Ort, wo Jesus geboren wurde, existieren viele traditionelle Holzschnitzereien, die Krippenfiguren, Kreuze und alle möglichen Andenken aus Olivenbaumholz verkaufen. Das ist das Haupteinkommen für unzählige Geschäftsleute in Bethlehem.

Vom Geschäft mit den christlichen Touristen und Pilgern profitieren heute alle Einwohner von Bethlehem gleichermassen. Die Bürgermeisterin ist zwar eine Christin. Doch die Mehrheit der Händler ist – wie die Mehrheit der Bevölkerung – muslimisch.

«Das Aushängeschild ist und bliebt natürlich die Geburtskirche», sagt die Journalistin. «Und wenn Touristen kommen, ist das erst einmal für alle Bürger der Stadt eine wichtige Einkommensquelle.» Dadurch mache niemand einen Unterschied, welchen Glauben man hat. «Bethlehem ist wirklich ein Touristen-Anziehungspunkt für alle.»

Standortvorteil für Händler in Heiliger Stadt

Bethlehem lebt somit hauptsächlich vom Tourismus. Das heisst, den Menschen dort geht es vergleichsweise besser als im übrigen Westjordanland. «Dieses Einkommen durch den Tourismus spielt eine grosse Rolle», ist Dachs überzeugt. Im Jahr 2014 setze man zudem ganz stark auf den Papstbesuch. «Franziskus soll dann in die Heilige Stadt kommen, was den Tourismus noch einmal ankurbeln wird.»

Im 2013 sollen zwei Millionen Touristen Bethlehem besucht haben. «Das ist eine Zahl, die im nächsten Jahr noch überboten werden kann, wenn die gesamte Lage so bleibt.» Aber wie sehr sich Touristen wirklich hierher trauen, das sei abhängig von der politischen Situation in Nahen Osten, sagt Dachs. Sie selbst lebt in Israel.

«Sehr oft machen Touristen keinen Unterschied, ob der Arabische Frühling hier oder ganz wo anders stattfindet.» Diesbezüglich scheinen die Palästinensergebiete und Israel eher eine «Insel der Stabilität» zu sein, so Dachs – zumindest im Augenblick.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von V. Humbert, Carouge
    Ja klar... Sie lebt ja auch auf der "richtigen" Seite, in Israel. Da hab ich just heute auf CNN was ganz anderes gehört. Die Touristen, die Bethlehem besuchen, verbringen im Schnitt mal knapp 1 1/2 Stunden dort. Dieser Artikel ist einseitig, tendenziös und deshalb eine Frechheit!
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  • Kommentar von Alex Bauert, Bern
    Schön, diesen Artikel zu lesen. Palästina und Israel sind sichere Reiseziele. Das müsste man noch viel öfters veröffentlichen. Sobald der Tourismus zu einem gemeinsamen Projekt für Israeli und PalästinenserInnen wird, werden neue Wege der Zusammenarbeit offen - für Frieden oder zumindest wirtschaftliche Zusammenarbeit ohne Schiessereien und Bomben.
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