- Wegen einer Polizeilage ist der Christopher Street Day in Berlin abgebrochen worden. Nach Angaben der Polizei kommt es zu dem grösseren Polizeieinsatz im Tiergarten nahe dem Potsdamer Platz.
- Ein Auto hat, nach Angaben der Polizei, mehrere Menschen an- und umgefahren.
- Nach Polizeiangaben ist mindestens ein Mensch getötet worden. 16 Personen sind teilweise schwer verletzt.
- Die Polizei hat nach eigenen Angaben einen mutmasslichen Verdächtigen identifiziert. Er wird der islamistischen Szene in Berlin zugerechnet.
Beim Christopher Street Day in Berlin soll nach ersten Angaben der Polizei ein Fahrzeug 16 Menschen verletzt haben. Mutmasslich sei ein Fahrzeug in den Tiergarten gefahren, teilte die Polizei auf der Onlineplattform X mit.
Die Berliner Polizei hat nach eigenen Angaben einen mutmasslichen Verdächtigen identifiziert. «Der Mann ist polizeibekannt und wird der islamistischen Szene in Berlin zugerechnet», sagt der Polizeisprecher der Berliner Polizei.
Mehrere Menschen an- und umgefahren
Der CSD wurde direkt nach dem Vorfall abgebrochen.
Nach ersten Erkenntnissen fuhr ein weisser Wagen gegen 22 Uhr am Ahornsteig parallel zur Lennéstrasse, wie der Polizeisprecher erklärte. Dort habe er mehrere Menschen angefahren, möglicherweise auch umgefahren, bevor er mit einem Baum kollidierte. Der Fahrer habe das Fahrzeug verlassen und sich in unbekannte Richtung entfernt.
«Wir fahnden mit Hochdruck nach tatverdächtigen Personen», sagte ein Polizeisprecher in einem veröffentlichten Video bei X. Die Polizei sei mit zahlreichen Polizisten und Rettungskräften im Einsatz.
Polizei prüft zweite Tatphase
Die Polizei prüft nach eigenen Angaben, ob auch eine Stichwaffe eingesetzt wurde. «Es ist Bestandteil der Ermittlungen, ob es eine zweite Tatphase nach der Fahrphase gab. Ob jemand dann das Fahrzeug verlassen hat und mit möglichen Stichwaffen auf Personen eingewirkt und diese verletzt hat», sagte der Mediensprecher der Berliner Polizei.
Mehrere deutsche Medien haben berichtet, dass eine Person mit einem Messer das Fahrzeug verlassen habe.
Angriff auf freie und weltoffene Gesellschaft
Der regierende Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner, schrieb auf der Plattform X: «Es ist ein Angriff auf unsere freie und weltoffene Gesellschaft – nach einem friedlichen und bunten CSD wurde die Versammlung für ein tolerantes und friedliches Berlin auf brutalste Art attackiert. Berlin ist die Stadt der Freiheit – und unsere Freiheit ist heute aufs Schrecklichste angegriffen worden.»
Seine Gedanken seien bei den Opfern, ihren Familien und Freunden, schrieb der Wegner. «Ich danke den Einsatzkräften, die sofort vor Ort waren und alles in ihrer Macht stehende geleistet haben.»
Hunderttausende am CSD in Berlin
Hunderttausende Menschen hatten in der Hauptstadt am Samstag den CSD gefeiert. Mit ihrer Demonstration wollten die Veranstalter ein Zeichen für Demokratie, Toleranz und Vielfalt setzen.