Waffeninspektor: «Syrien muss Karten offenlegen»

Charles Duelfer war während Jahren Chef-Waffeninspektor im Irak. Er weiss, wie entsprechende Inspektionen in Syrien aussehen müssten. SRF-Korrespondent Arthur Honegger hat ihn in Washington getroffen.

Video «Interview mit ehemaligen UNO-Experten Duelfer (Originalsprache)» abspielen

Interview mit ehemaligen UNO-Experten Duelfer (Originalsprache)

13 min, vom 13.9.2013

Noch ist nicht klar, wie die internationale Kontrolle des syrischen Chemiewaffen-Arsenals aussehen soll. Eines steht fest: Einfach wird es nicht. Das sagt der ehemalige Experte für Massenvernichtungs-Waffen Charles Duelfer.

Zusatzinhalt überspringen

Zur Person

Charles Duelfer arbeitete über 25 Jahre für den Sicherheitsdienst der USA. Ab Januar 2004 war er Chef-Waffeninspekteur im Irak – und einer der wenigen, der regelmässigen Kontakt mit dem Saddam-Regime hatte. In den 1990er-Jahren stand Duelfer im Dienste der UNO, als Vorsitzender der Irak-Spezialkommission.

Auf die Frage, ob es überhaupt möglich ist, sämtliche Chemiewaffen in Syrien zu vernichten, sagt er: «Man muss da nur auf unsere Erfahrung im Irak zurückblicken – wir haben einen besseren Job gemacht als uns selber bewusst war. Wir haben in den Neunzigern den gesamten Bestand zerstört, den der Irak hatte.»

Doch im Unterschied zum Irak herrscht in Syrien Bürgerkrieg. Duelfer aber geht davon aus, dass das Regime «seine heikelsten Waffen an sicheren Orten lagert».

Einen weiteren Unterschied zum Irak sieht Duelfer darin, «dass der Irak stets darum bemüht gewesen sei, aus den Sanktionen herauszukommen – gegen Syrien gibt es keine Sanktionen. Syriens Antrieb ist, international wieder als legitim zu gelten».

Was bringt die nahe Zukunft? Duelfer: «Der erste Schritt ist: Kann der Sicherheitsrat sich einigen? Wenn er sich einigt, liegt der Ball bei Syrien.» Dann werde man sehen, ob die Syrer ihren Teil der Abmachung erfüllen.