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International Waffenruhe im Gaza-Konflikt verlängert

Israel und die Palästinenser haben sich nach Angaben beider Seiten auf eine 24-stündige Verlängerung der Waffenruhe im Gazastreifen geeinigt. Die letzte Woche vereinbarte fünftägige Feuerpause wäre ohne Einigung am Montag um 23 Uhr MESZ abgelaufen.

Palästinenser tragen ihre Habe aus den Trümmern eines Hauses in Beit Hanun.
Legende: Während in Kairo verhandelt wird, versuchen Palästinenser ihre Habe aus den Trümmern in Beit Hanun zu retten. Keystone

Israels Regierung und die Palästinenser wollen im Gaza-Konflikt weitere 24 Stunden verhandeln. Beide Seiten bräuchten mehr Zeit, um eine Einigung zu erzielen, sagten palästinensische Unterhändler dem Fernsehsender Al-Dschasira.

Wenig später bestätigten auch israelische Regierungskreise die Übereinkunft bei den Verhandlungen in Kairo. Bis Dienstag 23 Uhr MESZ solle abschliessend über einen von Ägypten vermittelten Vertrag beraten werden.

Differenzen über weiteres Vorgehen

Die israelische Nachrichtenseite «ynet» schrieb, Israel bestehe unter anderem auf strengen Einfuhrkontrollen in den Gazastreifen, die eine Wiederbewaffnung der militanten Palästinenserorganisationen verhindern solle. Die Hamas lehne dies ab und fordere weiterhin eine Aufhebung der Blockade des Gazastreifens sowie die Einrichtung eines Seehafens.

Laut palästinensischen Medienberichten stehen beide Seiten vor dem Abschluss einer mehrwöchigen Waffenruhe. Von israelischer Seite gab es dafür keine Bestätigung. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte das israelische Verhandlungsteam bei den Gesprächen in Kairo angewiesen, auf den israelischen Sicherheitsinteressen zu bestehen.

Skeptisch äusserte sich der Chefunterhändler der Hamas bei den Gesprächen, Mussa Abu Marsuk. «Wir haben bisher keine Übereinkunft erzielt und alles, was über ein unmittelbar bevorstehendes Abkommen veröffentlicht wurde, ist unwahr», sagte er.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza starben in dem Konflikt seit dem 8. Juli auf Seiten der Palästinenser 2016 Menschen, mehr als 10‘000 wurden verletzt. Auf israelischer Seite wurden 64 Soldaten und 3 Zivilisten getötet, Hunderte Menschen erlitten Verletzungen.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Urs Schmidlin, Riehen
    "Die israelische Nachrichtenseite «ynet» schrieb, Israel bestehe unter anderem auf strengen Einfuhrkontrollen in den Gazastreifen, die eine Wiederbewaffnung der militanten Palästinenserorganisationen verhindern solle". Oder anders formuliert:"Auch wenn ihre(Hamas)Strategie für diesen Sommer und Herbst gescheitert ist, sorgt die internationale Gemeinschaft wieder dafür, dass sie an der Macht bleiben wird und wieder aufrüsten kann. Die nächste Runde ist damit vorprogrammiert" (findet man im Netz).
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  • Kommentar von B. Kerzenmacher, Frauenfeld
    Was die Hamas-Führung als Voraussetzung für einen Waffenstillstand fordert, kann nur Ergebnis von Verhandlungen sein, nicht dessen Voraussetzung. Oder anders ausgedrückt: Die Hamas will keinen Frieden. Kann die Hamas haben! Mittlerweile sollte auch der letzte Illusionist bei der UN begriffen haben, wes Geistes Kind die Hamas ist. Nun geht es den harten Weg, hoffentlich bis zum totalen Ende von Hamas.
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    1. Antwort von Juha Stump, Zürich
      Das stimmt, das Ende der Hamas - auf welche Art auch immer - würde eine grosse Erleichterung bedeuten. ABER: Die Hamas gibt es erst seit dem Jahr 1987, schon vorher gab es andere "Befreiungsvereinigungen" und auch nachher wird es wieder neue geben. - Etwas aus der Geschichte: S.B. Sirhan, der Mörder von Robert Kennedy, sah als kleiner Bub, wie sein Elternhaus in Jordanien bombardiert wurde - das hat ihn geprägt. Ich befürchte, eine ähnliche Prägung haben jetzt auch viele Gaza-Kinder.
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