Feuersbrunst in Chile Waldbrände fordern mindestens sechs Tote

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Verheerende Waldbrände in Chile

0:23 min, aus Tagesschau am Mittag vom 26.1.2017

Das Wichtigste in Kürze

  • Vier Feuerwehrleute und zwei Polizisten sterben bei den Waldbränden in Chile.
  • Gegen zwei potenzielle Brandstifter hat das Innenministerium Anklage erhoben.
  • Die verbrannte Fläche ist grösser als der Kanton Zürich. Viele Flammenherde lodern noch.
  • Das grösste Löschflugzeug der Welt soll zum Einsatz kommen.

Nachdem in den vergangenen Tagen bereits drei Feuerwehrleute getötet worden waren, starben am Mittwoch drei weitere Einsatzkräfte. Zwei Polizisten wurden tot in einem Fluss gefunden, ein Feuerwehrmann kam bei dem Versuch ums Leben, eine Familie aus ihrem Haus nahe der Stadt Constitución in Sicherheit zu bringen.

Erste Anklagen wegen mutmasslicher Brandstiftung

Unterdessen hat das Innenministerium in zwei Fällen Anklage gegen mutmassliche Brandstifter erhoben, wie der Sender Radio Bío Bío berichtete. Insgesamt sollen zehn Menschen in Verbindung mit den Bränden festgenommen worden sein, teilte das Innenministerium mit.

Ein Angeklagter ist mutmasslich in einen Brand in El Maule verwickelt, der andere wurde am Dienstagmorgen bei versuchter Brandstiftung in einem Waldstück in Linares von Polizisten entdeckt und festgenommen.

«  Der Grossteil der Brände hat einen menschlichen Ursprung. »

Michele Bachelet
Päsidentin von Chile

Staatschefin Michelle Bachelet besuchte am Mittwoch Nirivilo und Empedrado in der Region El Maule wie die Zeitung «La Tercera» berichtete. Sie war bereits am Dienstag in der Nachbarregion O'Higgins gewesen.

Illustrierte Karte mit den eingezeichneten Regionen O'Higgins und El Maule und der Hauptstadt Santiago Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: In den beiden Regionen O'Higgins und El Maule wüten die Waldbrände. SRF

«Der Grossteil der Brände hat einen menschlichen Ursprung, bei einigen kann Fahrlässigkeit, bei anderen Brandstiftung im Spiel sein», erklärte Bachelet.
Die Forstbehörde Conaf veröffentlichte auf Facebook ein Foto von Zündmaterial, das mutmasslich von Brandstiftern mit einem kleinen hausgemachten Fallschirm in den Wind geworfen worden sei.

Riesige Fläche zerstört

Von den 85 Bränden im Zentrum und Süden Chiles befinden sich noch 36 Flammenherde ausser Kontrolle der Feuerwehr, berichtete die Forstbehörde weiter. Die zerstörte Wald- und Wiesenfläche stieg bis Mittwoch auf rund 1900 Quadratkilometer an. Knapp 150 Häuser sind nach Angaben des Notdienstes Onemi zerstört worden.

Die am stärksten betroffenen Gebiete sind O'Higgins und El Maule. Gut 4000 Bewohner der dünn besiedelten Region mussten ihre Häuser verlassen.