- Die spanische Regierung hat wegen schwerer Waldbrände den nationalen Notstand ausgerufen.
- Das Innenministerium teilte mit, die Entscheidung sei wegen des gleichzeitigen Ausbruchs mehrerer Brände und widriger Wetterbedingungen getroffen worden.
- Den Behörden zufolge ist dies das erste Mal, dass dieser Schritt wegen eines Waldbrandes ergriffen wurde.
Durch die Ausrufung des Notstands untersteht der Einsatz nun direkt dem Innenminister. Die Regionalregierung von Madrid hatte zuvor um Hilfe gebeten. Sie beschrieb die Lage als «extrem ernst». Ausserdem bestehe die Notwendigkeit, umfangreiche Ressourcen im Kampf gegen die Flammen zu mobilisieren. Aktive Brände in den Orten Villa del Prado, San Martin de Valdeiglesias und Almorox drohten, die derzeitigen Löschkapazitäten zu übersteigen.
Wegen der Brände mussten inzwischen mehr als 20'000 Menschen ihre Häuser verlassen, die meisten davon im Grossraum Madrid. In der nordwestlich davon gelegenen Region Ávila wurden etwa 1500 Anwohnerinnen und Anwohner evakuiert. In mehreren Gemeinden bedrohten die Flammen sogar das Zentrum.
Zudem wurde gewarnt, dass ein Waldbrand in Burgohondo in der Provinz Avila aufgrund der Wetterlage in den kommenden Stunden die Region Madrid erreichen könnte.
Tödlichste Waldbrandsaison seit Jahrzehnten
Wissenschaftler bringen die immer heftigeren Waldbrände in Spanien und weiten Teilen Südeuropas mit dem Klimawandel in Verbindung. Experten zufolge hat ein ungewöhnlich regenreicher Frühling zunächst zu üppigem Pflanzenwachstum geführt.
Diese Vegetation sei in der extremen Sommerhitze ausgetrocknet und biete den sich schnell ausbreitenden Bränden reichlich Nahrung. In diesem Jahr sind in Spanien bereits mehr als 100'000 Hektar verbrannt, was dem durchschnittlichen Jahreswert des vergangenen Jahrzehnts entspricht. Mit 13 Todesopfern ist 2026 bereits jetzt eine der tödlichsten Waldbrandsaisons seit Jahrzehnten.