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Westfrankreich Waldbrand bei Bordeaux: Rund 63'000 Menschen evakuiert

  • Seit Mittwoch wüten Waldbrände an der französischen Westküste bei Bordeaux.
  • Insgesamt werden rund 63'000 Menschen aus Frankreichs Atlantikküste evakuiert.
  • Das Feuer hat sich mittlerweile auf 10'000 Hektar Fläche ausgedehnt.

Am Mittwochmittag brach das Feuer in der Ortschaft Saumos in der beliebten Urlaubsregion aus – am Abend und in der Nacht liess die Präfektin von Bordeaux, Sophie Brocas, Campingplätze und Ferienzentren räumen.

Insgesamt werden rund 63'000 Menschen aus Frankreichs Atlantikküste evakuiert. An der Küste bei Bordeaux, wo bereits 20'000 Menschen vor allem von Campingplätzen und Ferienanlagen evakuiert wurden, müssen weitere 20'000 Menschen mehrere Orte, die am Becken von Arcachon liegen, verlassen, sagte Frankreichs Innenminister Laurent Nuñez. Von Cap Ferret aus würden für die Evakuierung auch Schiffe eingesetzt.

10'000 Hektar stehen in Flammen

Das Feuer habe sich inzwischen auf 10'000 Hektar Fläche ausgedehnt. Das ist eine Fläche knapp so gross wie Paris. 80 Gebäude wurden von den Flammen beschädigt und davon 50 zerstört. 1500 Feuerwehrleute sind im Einsatz.

Flugzeug wirft rote Substanz über Waldgebiet ab.
Legende: Ein Grossaufgebot von Rettungskräften ist vor Ort. AP Photo/Caroline Blumberg

Unterstützt würden sie von einer grossen Zahl an Löschflugzeugen. Bislang kam von der Bevölkerung niemand zu Schaden, ein Feuerwehrmann wurde verletzt.

In Brand geratener Lieferwagen setzt Wald in Flammen

Wegen eines weiteren Brandes an der Atlantikküste südlich von Bordeaux im Bereich des Ortes Biscarrosse mussten inzwischen 23'000 Menschen evakuiert werden. Auch hier waren vor allem Campingplätze und Urlaubsquartiere betroffen. Der Brand habe sich auf 2'500 Hektar Fläche ausgedehnt, sagte der Minister. Dort hatte ein Lieferwagen auf einer durch einen Wald führenden Landstrasse wahrscheinlich wegen eines technischen Defekts Feuer gefangen und die Flammen griffen schnell auf die Natur über. 100 Häuser wurden durch den Brand beschädigt. 700 Feuerwehrleute sind im Einsatz.

Wann die Touristen in ihre Urlaubsquartiere zurückkönnen, ist noch vollkommen offen. Vorläufig kamen die Betroffenen in Notunterkünften und Ausweichquartieren in angrenzenden Urlaubsorten unter. In Bordeaux wurde auch eine Messehalle zur Einquartierung evakuierter Touristen geöffnet. Die Gendarmerie koordiniert die Evakuierungen und bewacht die verwaisten Campingplätze und Ferienzentren, wo viele Menschen Wohnwagen und Zelte zurücklassen mussten.

Wie der Bürgermeister von Arcachon dem Sender BFMTV sagte, wurden dort per Schiff ankommende Evakuierte mit einem Frühstück versorgt. Viele reisten dann per Zug weiter nach Bordeaux oder Paris.

Feuerwehrmann mit Schlauch vor brennendem Wald im Hintergrund.
Legende: Die Region Lège-Cap-Ferret ist besonders von den Waldbränden betroffen. Keystone/DAMIEN REMBERT

Die Lage die Brände weiter einzudämmen und zu bekämpfen, blieb unterdessen schwierig. Es wurden erneut Temperaturen von bis zu 39 Grad in der Region erwartet. Wie die Präfektur des Départements Landes mit Blick auf den Brand in Biscarrosse am Morgen mitteilte, sei das Feuer noch nicht unter Kontrolle. Es wehe Wind und die Lage bleibe weiterhin sehr unbeständig und ungünstig.

Macron bittet EU um Hilfe

Frankreich hat Hilfe bei der Europäischen Union angefordert, wie der französische Präsident Emmanuel Macron auf der Plattform X mitteilte. Die Lage bleibe weiterhin äusserst angespannt – insbesondere an der Atlantikküste bei Bordeaux.

Laut Macron werden Löschflugzeuge und Helikopter aus Kroatien, Portugal, Tschechien und der Slowakei in Frankreich erwartet. Er danke den europäischen Partnern für ihre Solidarität.

SRF 4 News, 23.07.2026, 16 Uhr ; 

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