- Die spanische Regierung hat wegen schwerer Waldbrände den nationalen Notstand ausgerufen.
- Das Innenministerium teilte mit, die Entscheidung sei wegen des gleichzeitigen Ausbruchs mehrerer Brände und widriger Wetterbedingungen getroffen worden.
- Den Behörden zufolge ist dies das erste Mal, dass dieser Schritt wegen eines Waldbrandes ergriffen wurde.
Durch die Ausrufung des Notstands untersteht der Einsatz nun direkt dem Innenminister. Die Regionalregierung von Madrid hatte zuvor um Hilfe gebeten. Sie beschrieb die Lage als «extrem ernst». Ausserdem bestehe die Notwendigkeit, umfangreiche Ressourcen im Kampf gegen die Flammen zu mobilisieren. Aktive Brände in den Orten Villa del Prado, San Martin de Valdeiglesias und Almorox drohten, die derzeitigen Löschkapazitäten zu übersteigen.
Laut dem spanischen Innenministerium mussten inzwischen mehr als 25'000 Menschen ihre Häuser verlassen, die meisten davon im Grossraum Madrid. Das dortige Grossfeuer sei «auf seinem Höhepunkt» und derzeit «nicht zu löschen», sagte der Leiter des Katastrophenschutzes der Regionalregierung, Carlos Novillo. Wegen starken Winds könne sich der Brand weiter ausbreiten.
In der Region Ávila im Nordwesten von Madrid wurden rund 1500 Anwohnerinnen und Anwohner evakuiert.
Tödlichste Waldbrandsaison seit Jahrzehnten
Wissenschaftler bringen die immer heftigeren Waldbrände in Spanien und weiten Teilen Südeuropas mit dem Klimawandel in Verbindung. Experten zufolge hat ein ungewöhnlich regenreicher Frühling zunächst zu üppigem Pflanzenwachstum geführt.
Diese Vegetation sei in der extremen Sommerhitze ausgetrocknet und biete den sich schnell ausbreitenden Bränden reichlich Nahrung. In diesem Jahr sind in Spanien bereits mehr als 100'000 Hektar verbrannt, was dem durchschnittlichen Jahreswert des vergangenen Jahrzehnts entspricht. Mit 13 Todesopfern ist 2026 bereits jetzt eine der tödlichsten Waldbrandsaisons seit Jahrzehnten.