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Waldbrand bei Bordeaux 141'000 Menschen evakuiert – Vororte von Bordeaux betroffen

  • Seit Mittwoch wüten Waldbrände an der französischen Westküste bei Bordeaux.
  • Insgesamt wurden bereits 141'000 Menschen aus Frankreichs Atlantikküste evakuiert. Betroffen sind auch Schweizer Touristen.
  • In der Nacht von Freitag auf Samstag teilte die Präfektin des Departements mit, dass sieben weitere Gemeinden vorsorglich evakuiert werden.
  • Das Feuer hat sich mittlerweile über 22'000 Hektar Fläche ausgedehnt.

Am Mittwochmittag brach das Feuer in der Ortschaft Saumos in der beliebten Urlaubsregion aus – am Abend und in der Nacht liess die Präfektin von Bordeaux, Sophie Brocas, Campingplätze und Ferienzentren räumen.

Insgesamt wurden bereits 141'000 Menschen aus Frankreichs Atlantikküste evakuiert. Die Zahl der «zur Unterstützung der Feuerwehr» eingesetzten Soldaten werde von 500 auf 1000 erhöht, um bei der Bekämpfung der heftigen Brände zu helfen, kündigte Premierminister Sébastien Lecornu am Freitagabend, im Anschluss an eine Krisensitzung, an.

Weitere Evakuierungen stehen an

Die Präfektin des Departements gab in der Nacht von Freitag auf Samstag bekannt, dass sieben weitere Gemeinden vorsorglich evakuiert werden. Diese Gemeinden liegen in der Nähe von Bordeaux oder sind Vororte der Stadt. Zusammen leben in diesen Gemeinden rund 70'000 Menschen.

Bison Futé, der offizielle öffentliche Ver­kehrs­informations­dienst in Frankreich, forderte in der Nacht von Freitag auf Samstag die Autofahrer auf, die Anreise in das Departement Gironde oder dessen Durchfahrt zu vermeiden.

22'000 Hektar verwüstet

Das Feuer habe sich inzwischen auf 22'000 Hektar Fläche ausgedehnt. 80 Gebäude wurden von den Flammen beschädigt, davon 50 zerstört. 1500 Feuerwehrleute sind im Einsatz.

Waldbrände halten die Region Bordeaux in Atem

Unterstützt würden sie von einer grossen Zahl an Löschflugzeugen. Bislang kam von der Bevölkerung niemand zu Schaden, ein Feuerwehrmann wurde verletzt.

Touristenorte werden evakuiert

Wann die Touristen in ihre Urlaubsquartiere zurückkönnen, ist noch vollkommen offen. Vorläufig kamen die Betroffenen in Notunterkünften und Ausweichquartieren in angrenzenden Urlaubsorten unter. In Bordeaux wurde auch eine Messehalle zur Einquartierung evakuierter Touristen geöffnet. Die Gendarmerie koordiniert die Evakuierungen und bewacht die verwaisten Campingplätze und Ferienzentren, wo viele Menschen Wohnwagen und Zelte zurücklassen mussten.

Schweizer Touristen betroffen

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Auch Feriengäste aus der Schweiz blieben von den Waldbränden nicht verschont: Am Gebiet um Cap-Ferret mussten Dutzende evakuiert werden.

Rund 65 Mitglieder des Touring Club Schweiz (TCS) sind von den Waldbränden in der französischen Region Gironde betroffen, wie der Touring Club Schweiz der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mitteilte.

Seit Beginn der Waldbrände in Frankreich ereilen den TCS regelmässige Hilfsanfragen von Reisenden, die ihren Ferienaufenthalt unterbrechen oder evakuiert werden mussten. Die meisten hätten ihre Sachen vor der Abreise mitnehmen können. Verletzte oder Verstorbene gebe es unter den Betroffenen nicht.

Auch das Aussendepartement (EDA) beobachtet die aktuelle Lage derzeit aufmerksam. Kenntnisse von betroffenen Schweizerinnen und Schweizern liegen dem EDA derzeit aber nicht vor, wie eine Sprecherin auf Anfrage sagte.

Seit Ausbruch der Waldbrände stellt der Schweizer Reise-Verband (SRV) einen erhöhten Informationsbedarf bei Reisenden fest. Diese seien verunsichert, ausserdem lasse sich eine gewisse Zurückhaltung bei Neubuchungen der unmittelbar betroffenen Gebiete beobachten.

Die Lage die Brände weiter einzudämmen und zu bekämpfen, blieb unterdessen schwierig. Es wurden erneut Temperaturen von bis zu 39 Grad in der Region erwartet.

Feuerwehrmann mit Schlauch vor brennendem Wald im Hintergrund.
Legende: Die Region Lège-Cap-Ferret ist besonders von den Waldbränden betroffen. Keystone/DAMIEN REMBERT

Macron bittet EU um Hilfe

Frankreich hat Hilfe bei der Europäischen Union angefordert, wie der französische Präsident Emmanuel Macron auf der Plattform X mitteilte. Die Lage bleibe weiterhin äusserst angespannt – insbesondere an der Atlantikküste bei Bordeaux.

Laut Macron werden Löschflugzeuge und Helikopter aus Kroatien, Portugal, Tschechien und der Slowakei in Frankreich erwartet. Er danke den europäischen Partnern für ihre Solidarität.

SRF 4 News, 23.07.2026, 16 Uhr ; 

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