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International Warum die Präsidentenwahl in Moldawien für Europa wichtig ist

Die zweite Runde der Präsidentenwahl in der Ex-Sowjetrepublik Moldawien gilt als wichtige Weichenstellung. Beobachter erwarten einen Sieg des prorussischen Kandidaten. Ist damit der EU-Kurs Moldawiens in Gefahr?

Leute mit moldawischer Fahne in der Hand.
Legende: Die Regierung will einen EU-Beitritt. Die Opposition sieht die Zukunft in einer Partnerschaft mit Russland. Keystone

Die frühere Sowjetrepublik Moldawien steht vor einer richtungsweisenden Präsidentenwahl an diesem Sonntag. Ein prorussischer Kandidat und eine prowestliche Bewerberin ringen um das höchste Amt. Ein Überblick, warum dies auch für Europa wichtig ist:

  • Freihandel mit der EU: Seit 2014 gilt ein Assoziierungsabkommen der EU mit Moldawien. Zugleich wurde eine Freihandelszone geschaffen. Moldau strebt einen EU- und Nato-Beitritt an.
  • Rumänienfaktor: Starke Kräfte im überwiegend rumänischsprachigen Moldawien wollen eine Vereinigung mit dem grossen Nachbarland Rumänien – und so durch die Hintertür einen EU-Beitritt.
  • Russlandkurs: Die Opposition will stärker mit Russland arbeiten und träumt von einer strategischen Partnerschaft. Moldau ist abhängig von russischem Gas; weite Teile der Bevölkerung sprechen Russisch.
  • Unruhen: Die Gesellschaft in Moldawien ist gespalten zwischen dem EU- und dem Russland-Lager. In den vergangenen Jahren gab es mehrfach Massenproteste. Auch nach der Präsidentenwahl sind Unruhen möglich.
  • Transnistrien: Ein Konflikt um das Gebiet Transnistrien schürt seit den 1990er Jahren Spannungen. Russland unterstützt die abtrünnige Region. Beobachter warnen vor einem möglichen Wiederaufflammen.
  • Gastarbeiter: Der Agrarstaat mit 3,5 Millionen Menschen gehört zu den ärmsten Ländern Europas. Rund 800'000 Moldauer arbeiten im Ausland, vor allem in Russland und Italien, und schicken Devisen nach Hause.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von m. mitulla (m.mitulla)
    "Moldau strebt einen EU- und Nato-Beitritt an." So wie die Situation in Moldawien aussieht, werden natofreundliche Politiker NICHT gewählt. Ich finde es eine westliche Überheblichkeit, zu behaupten, Moldawien wolle in die Nato. Das arme und gespaltene Land würde über die EU wahrscheinlich gerne Hilfe in Anspruch nehmen und mit OST UND WEST Handel und Austausch treiben können, um sich zu entwickeln und in Frieden zu leben. Ich finde, die Uno sollte Ländern wie Moldawien die Neutralität gewähren.
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  • Kommentar von Stanic Drago (Putinversteher)
    Und wieder mal hat EU einen Land Pistole auf Brust gesetzt und in Wahl gegeben zwischen EU oder Russland. Und wieder mal begreifen Bürokrate in Bruxelless nicht, dass so ein Ultimatum kann Land nur spalten.Wieder nichts aus Ukraine gelernt. Diese Länder muss man helfen in dem ihnen Möglichkeit lässt mit beide Seite zu handeln. Aber ich glaube nicht, dass Mentalitet unsere Politiker das begreifen wird?
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    1. Antwort von Charles Halbeisen (ch)
      Ich freue mich schon darauf wenn der EU-Martin Schulz von Trump einen Abrieb bekommt.
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    2. Antwort von Marcel Chauvet (xyzz)
      Wird wohl so sein, dass Putin diesem Land die Pistole auf die Brust setzt und nicht die EU. Hätten Sie obigen Artikel gelesen, wüssten Sie, dass Putin wieder mal eine abtrünnige Region unterstützt und destabilisiert. Zwietracht säen ist die Spezialität dieses KGB-Mannes. Niemand wird in die EU gezwungen. In Ost- und Südosteuropa gibt es Subventionsempfänger mehr als genug. Das Land muss schon selber wissen wie es sich entscheidet.
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    3. Antwort von Marcel Chauvet (xyzz)
      Manchen Leute in ihrer schiefen Kreml-Optik wäre es nun wirklich anzuraten, dass sie mal einen Augenarzt aufsuchen würden.
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    4. Antwort von Marcel Chauvet (xyzz)
      @Charles Halbeisen: Martin Schulz und die EU haben nun wirlkich bis zum Stehkragen und zurück genug an der Backe, als ob ihnen ausgerechnet an Moldawien etwas liegt. Im übrigen habe ich erstmals hier und bislang nirgends sonst erfahren, dass in Moldawien eine angeblich für Europa wichtige Präsidentenwahl stattfindet. Aber manche Leute hier sind sich wirklich nicht zu schade der EU nur schlechte Absichten anzudichten.
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    5. Antwort von Marcel Chauvet (xyzz)
      Wo sind denn die Beweise für Ihre kruden Unterstellungen , die sie ja, wenn über Untaten Putins berichtet wird, immer monieren.
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