«We love EU» – Grossdemonstration in London

Tausende von Londoner Bürgern wollen den Brexit-Entscheid nicht akzeptieren und fordern auf den Strassen der Stadt ein zweites Referendum – oder sie drücken zumindest ihre Verbundenheit mit der EU aus: «Die EU wird ein Teil von mir bleiben», oder «Wir lieben die EU», heisst es etwa auf Plakaten.

Zehntausende Demonstranten haben bei einem Marsch durch London gegen das britische Brexit-Votum protestiert. Nach Angaben der Organisatoren beteiligten sich rund 40'000 Menschen an dem Protestmarsch. Die Veranstalter fordern, das britische Parlament solle das Votum des EU-Referendums aus der vergangenen Woche aufheben. Die Zukunft Grossbritanniens liege in der Europäischen Union (EU).

Tausende demonstrieren gegen den Brexit

0:38 min, aus Tagesschau vom 2.7.2016

Vier Millionen signieren Petition

Derweil haben bereits über vier Millionen Briten eine Online-Petition für ein zweites Referendum unterschrieben. Allerdings hatte das zuständige Komitee im Unterhaus bereits Zweifel geäussert, ob alle Unterschriften gültig seien – es gebe «verdächtige Aktivitäten».

Auch betonen alle derzeit entscheidenden Politiker in London, es gebe kein Zurück. Das Votum von 17 Millionen Briten (rund 52 Prozent) für einen Austritt aus der EU müsse umgesetzt werden.

Knapp 52 Prozent der Briten hatten bei der Volksabstimmung vom 23. Juni für einen EU-Austritt ihres Landes gestimmt und damit den gesamten Kontinent geschockt.

Labour-Basis wendet sich von Corbyn ab

Der Druck auf Labour-Oppositionschef Jeremy Corbyn steigt, die Stimmen mehren sich, er solle zurücktreten. Laut BBC sind mehrere Parteigranden dabei, dem 67-Jährigen einen ehrenvollen Abgang ohne Gesichtsverlust zu ermöglichen. Parteiinterne Kritiker fürchten, mit Corbyn an der Spitze künftige Wahlen zu verlieren.

Die Konservativen suchen weiter einen Nachfolger für Premierminister David Cameron, der nach seiner Niederlage beim Referendum für die nächsten Monate seinen Rückzug angekündigt hatte.