Weg frei für Bauprojekt im Gezi-Park

Der Gezi-Park in Istanbul ist zum Symbol des Widerstandes in der Türkei geworden. An Plänen der Regierung, den Park zu bebauen, entzündeten sich landesweite Proteste. Nun hat ein Verwaltungsgericht den Baustopp für den Park gekippt.

Blick auf den Gezi-Park. Blumen wurden im Schriftzug «Istanbul» angepflanzt. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Protestbewegung fordert, den Gezi-Park in seiner jetzigen Form zu erhalten. Keystone

Das Tauziehen um den Istanbuler Gezi-Park geht in eine neue Runde: Ein Verwaltungsgericht kippte den Baustopp für den Park und hob damit ein Urteil vom Juni auf. Dies berichteten örtliche Medien. Die Regierung hatte gegen das frühere Urteil Einspruch eingelegt.

Ein Anwalt der Projektgegner meinte jedoch gegenüber der Zeitung «Hürriyet»: Die neue Entscheidung werde keinerlei konkrete Folgen haben, weil das für das Projekt nötige Planungsverfahren von einem anderen Gericht für nichtig erklärt worden sei.

Erdogan kündigt Volksabstimmung an

Die Regierung will auf dem Gelände des Gezi-Parks ein osmanisches Gebäude aus dem 18. Jahrhundert neu errichten.

«Gezi-Entscheid ist für Demonstranten sehr wichtig»

5:24 min, aus SRF 4 News aktuell vom 04.07.2013

Bürgerproteste gegen das Projekt und ein brutaler Polizeieinsatz gegen die Demonstranten zogen Krawalle im ganzen Land nach sich. Sechs Menschen starben, Tausende wurden verletzt.

Ministerpräsident Erdogan hat zugesagt, das Bauprojekt bis zum Abschluss des derzeitigen Verwaltungsgerichtsverfahrens auf Eis zu legen. Zudem will Erdogan die letzte Entscheidung einer Volksbefragung überlassen.