Wegen IS-Bedrohung? Syrische Regierung will Friedensgespräche

Die syrische Regierung ist bereit, mit einem Teil der Opposition zu verhandeln. Die Regierung sei interessiert, Gespräche in Moskau zu führen, hiess es im syrischen Staatsfernsehen.

Assad an einem Rednerpult. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Laut dem syrischen Staatsfernsehen will Präsident Assad wieder mit der Opposition sprechen. Keystone

Die syrische Regierung hat Bereitschaft signalisiert, mit der Opposition über eine Wiederaufnahme der Friedensverhandlungen zu sprechen. Die Syrer sehnten sich nach einer Lösung der Krise, verlautete nach einem Bericht des Staatsfernsehens aus dem Aussenministerium in Damaskus. Deswegen sei die Regierung bereit, an Sondierungen in Moskau teilzunehmen.

Die vom Westen gestützte Opposition wies dies allerdings zurück. Gerüchte, nach denen es eine konkrete russische Initiative gebe, seien falsch, sagte der Chef der Nationalen Koalition, Hadi al-Bahra, einem Bericht der ägyptischen Nachrichtenagentur Mena zufolge.

Wer darf, wer nicht?

Die russische Regierung, die mit dem syrischen Staatschef Baschar al-Assad verbündet ist, fordert schon länger, die im Februar gescheiterten Genfer Friedensverhandlungen wiederzubeleben.

Aussenminister Sergej Lawrow forderte in diesem Monat, die Opposition solle sich auf eine Linie einigen. Dabei sagte er aber nicht, welche Gruppen an den Gesprächen teilnehmen sollten. Einige werden von der Regierung in Damaskus toleriert, von der Opposition im Ausland jedoch abgelehnt.

Hinzukommt, dass die Extremistenorganisation Islamischer Staat (IS) inzwischen der mächtigste Gegner Assads ist und im Norden und Osten Syriens weite Landesteile unter ihre Kontrolle gebracht hat. Die radikalen Islamisten wollen die Regierung in Damaskus wie auch im Irak stürzen und ein grenzüberschreitendes Kalifat errichten.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

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