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International Weltmacht USA und die Kadetten von West Point

Der Terrorismus stellt das US-Militär vor neue Herausforderungen. In der prestigeträchtigen Militärakademie West Point werden Kadetten ausgebildet. Wie macht man sie fit für die Zukunft? USA-Korrespondent Beat Soltermann hatte die seltene Gelegenheit, sich in West Point umzuhören.

In der United States Military Academy (USMA) beginnt der Unterricht. Die acht Studenten im Schulzimmer erheben sich zur Begrüssung ihres Lehrers, Rajaa Chouairi. Eine Lektion über die arabische Kultur steht an. Und das alles auf Arabisch.

Legende: Video Geordneter Einmarsch der Kadetten in West Point abspielen. Laufzeit 0:35 Minuten.
Vom 06.07.2016.

Die USMA, oder auch nur West Point (Staat New York) genannt, ist die Kaderschmiede des US-Heeres. Hier werden rund 25 Prozent des Offiziersnachwuchses ausgebildet. Gegründet wurde West Point 1802 von Präsident Thomas Jefferson. Viel hat sich seither auf der Welt geändert Aber auch, wie die Kadetten auf ihre Militärkarriere vorbereitet werden.

Die Studenten der Militärakademie diskutieren mit dem Lehrer über die Meinungsäusserungsfreiheit im Nahen Osten. Auch Kadett Alex redet mit. Er habe sich für Arabisch entschieden, weil er das Leben und die Gastfreundschaft im Nahen Osten schätze.

Ausbildungsschwerpunkt Naher Osten

Alex hat während eines Auslandsemesters Oman, Ägypten und Marokko besucht wie einige seiner Kameraden auch. Es sei wichtig, dass man sich im Ernstfall mit den Menschen vor Ort unterhalten könne. Und der Nahe Osten sei eine strategisch wichtige Region für die USA. Gut möglich, dass er nach seinem Studienabschluss als Leutnant dorthin geschickt werde. Deshalb habe die Militärakademie das Arabisch-Programm in den letzten Jahren ausgebaut.

Legende: Video Schwimmunterricht in West Point abspielen. Laufzeit 0:15 Minuten.
Vom 06.07.2016.

Neben den intellektuellen Fähigkeiten müssen die Studenten hohen Fitness-Standards entsprechen und Sport-Pflichtkurse besuchen. Auch der Schwimmunterricht gehört dazu. Heute müssen die Kadetten in voller Montur – Uniform und Stiefeln – ins Becken springen.

Schwimminstruktor John McVan betont, diese Übung sei keine Schikane, sondern ein wichtiger Teil der Ausbildung; «Die Kadetten sollen lernen, auf Unerwartetes richtig zu reagieren.» Zwar könne niemand vorhersagen, dass er oder sie später einmal mit Kleidern ins Wasser springen müsse. «Aber die Übung hilft, die Angst vor einer solchen Situation zu überwinden», sagt der Swimminstruktor.

West Point stellt hohe Anforderungen

Sportliche Fitness und intellektuelle Topleistung wird in West Point gross geschrieben. Zugelassen wird nur, wer schon in der High School Spitzenleistungen erbracht hat und eine Empfehlung von einem Kongressabgeordneten vorweisen kann oder vom Präsidenten der Vereinigten Staaten persönlich.

Die Kadetten durchlaufen eine vierjährige Ausbildung und erhalten einen Bachelor-Abschluss - kostenlos. Im Gegenzug müssen sie sich fünf Jahre fürs Militär verpflichten. Aber nicht als «Kanonenfutter». Denn Kadetten von West Point sind für Offiziersposten vorgesehen oder für noch höhere Ämter.

Unterrichtn in einem Schulzimmer.
Legende: Major Caleb Phillips unterrichtet Strategie. Sein Spezialgebiet: Terrororganisationen. SRF, Beat Soltermann

Das wird auch im Unterricht von Major Caleb Philipps deutlich. Er lehrt Kriegsstrategie. Ein Fach, das seit dem Ende des Kalten Krieges deutlich komplexer wurde. «Wir hatten früher genaue Vorlagen. Wenn die Russen sich so verhalten, dann machen wir das, alle Optionen waren durchgedacht, alles war klar. Heute haben wir komplexe Ausgangslagen. Es braucht ganzheitliche Lösungen, die wir dann dem Präsidenten unterbreiten», sagt Philipps.

Die neue Bedrohung Terrorismus

Kein klarer Gegner und keine klassischen Schlachten mehr, nicht mal zwingend Staaten, die mit den USA im Krieg stehen, sondern Terroristen, also asymmetrische Bedrohungen, wie sie Major Philipps nennt. Eine Herausforderung für die Angehörigen der US-Armee, aber auch für die Ausbildner an der Militärakademie in West Point.

Deshalb seien Fähigkeiten und Kenntnisse wichtig, die in verschiedenen Situationen hilfreich seien, betont auch der Strategie-Experte: «Die Kadetten müssten fähig sein, allerlei Probleme zu lösen. West Point lehrt ihnen die grundlegenden Techniken, die sie dafür brauchen.»

Im Strategie-Unterricht stehen die Kadetten vor Flip-Charts und analysieren den Aufstieg der Terrororganisation Islamischer Staat (IS). Dann wird im Klassenverbund analysiert. Warum ist der IS so erfolgreich? Und wie lässt er sich bekämpfen?

«Nicht jedes Problem lässt sich militärisch lösen»

Kadett Matthew erklärt: «Wir schauen hier, was das Militär zur Lösung eines Problems wie der IS beisteuern kann. Aber auch, was man mit anderen Mitteln, etwa der Diplomatie, erreichen kann. Nicht jedes Problem lässt sich militärisch lösen.»

Und nicht jeder Präsident oder jede Präsidentin setzt das Militär gleich schnell ein. Präsident Barak Obama war eher zurückhaltend. Präsidentin Hillary Clinton oder Präsident Donald Trump werden es vielleicht weniger sein. Kein Problem für Matthew: «Das ist halt so. Unsere Aufgabe besteht darin, die besten Empfehlungen abzugeben, auf deren Grundlage der ‹Commander in Chief› entscheidet.»

Selbst wenn der Entscheid die Empfehlungen aus West Point ignoriert: die US-Armee führt die Befehle aus, die der Präsident oder die Präsidentin anordnet. Und das kann auch heissen – ins Ausland oder sogar in ein Kriegsgebiet entsendet zu werden.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Sebastian Frey (Sebastian Frey)
    Und in nächster Zeit folgen ähnliche unterschwellig glorifizierende Berichte der Kaderschmieden in China, Russland, ...? - "Aber nicht als «Kanonenfutter»" Ja, dafür hat man Greencard-Inhaber, Söldner und vermehrt "Rebellen" im jeweiligen Land. "Dann wird im Klassenverbund analysiert. Warum ist der IS so erfolgreich?" War da nicht wer 2003 einmarschiert im Irak und hat jegliche Staatlichkeit vernichtet?
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  • Kommentar von Robert Meier (R. Meier)
    Amerikanische Militärpropaganda? Also bitte, SRF, was soll das? Hört bitte auf damit. Das tut unserer Gesellschaft nicht gut.
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