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Marsch der Frauen Weltweit marschieren Hunderttausende gegen Trump

Gestern wurde Donald Trump als US-Präsident vereidigt, heute rollt bereits eine Protestwelle gegen ihn über die Welt.

Legende: Video Proteste gegen Donald Trump in Washington abspielen. Laufzeit 01:14 Minuten.
Aus Tagesschau vom 21.01.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • Mittlerweile reden die Veranstalter in Washington von über 600'000 Demonstranten zur Grosskundgebung gegen Trump.
  • Kundgebungen fanden weltweit an hunderten Orten statt
  • Der Zeitpunkt für Proteste so kurz nach dem Amtseid ist ungewöhnlich.
Legende: Video Ferrera: «Der Präsident ist nicht Amerika.» abspielen. Laufzeit 00:56 Minuten.
Aus SRF News vom 21.01.2017.

Der Amtsantritt von Donald Trump als neuer US-Präsident und die von ihm angekündigte rücksichtslose Interessenpolitik haben weltweit Ängste, Sorgen und Proteste ausgelöst. In zahlreichen US-Städten gingen Zehntausende Menschen auf die Strasse.

Die Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der grössten Anti-Trump-Kundgebung «Marsch der Frauen» in Washington schwoll nach Schätzungen auf mindestens 500'000 an. Viele Demonstrierende trugen pinkfarbene «Pussyhats» - eine Anspielung auf sexistische Äusserungen Trumps.

Proteste in US-Städten

Die Menschen protestierten gegen Frauenfeindlichkeit, Gewalt, Rassismus, Homophobie und religiöse Intoleranz. Trump hatte sich während seines Wahlkampfes wiederholt abfällig über Frauen geäussert. Menschen in mehr als 600 Städten in aller Welt taten es dem Marsch der Frauen in der US-Hauptstadt am Samstag gleich – von Sydney in Australien über Genf, London bis nach Mexiko-Stadt.

SRF-Korrespondent Thomas von Grünigen in Washington

In Washington versammelten sich schon Stunden vor Beginn der eigentlichen Kundgebung Zehntausende Menschen zur Anti-Trump-Demo. Im Laufe des Tages wurden auch immer mehr grosse Protestkundgebungen aus anderen US-Städten gemeldet, so in New York, Chicago, Boston, Seattle und Los Angeles. Nach Zeitungsberichten übertrafen die Teilnehmerzahlen sogar die Erwartungen der Veranstalter bei weitem.

«Trump-Plattform des Hasses»

«Wir marschieren heute für den moralischen Kern dieser Nation, gegen den unser neuer Präsident einen Krieg führt», sagte die US-Schauspielerin America Ferrera («Alles Betty!») an einer Kundgebung zu Beginn des Washingtoner Massenprotests.

Legende: Video Einschätzung von Peter Düggeli abspielen. Laufzeit 01:12 Minuten.
Aus Tagesschau vom 21.01.2017.

Sie sprach von einer Trump-Plattform des Hasses und machte klar, dass es den Protestierenden um mehr geht als nur eine Verteidigung gefährdeter frauenspezifischer Rechte wie das auf Schwangerschaftsabbruch und Pille auf Krankenschein.

«We are all under attack» - «es ist ein Angriff gegen uns alle», sagte sie unter anderem mit Blick auf Immigranten, Homosexuelle, Transgender, Schwarze, Latinos, Rechtsprechung, die Umwelt, die Welt.

Weltweit 2,5 Millionen Protestierende

Rund 50 Rednerinnen und Redner hatten sich für die Veranstaltung in Washington angesagt, darunter auch eine Reihe von Prominenten wie die Schauspielerinnen Ashley Judd und Scarlett Johansson, der Regisseur Michael Moore, die Frauenrechtlerin Gloria Steinem sowie Bürgerrechtlerin Angela Davis. Madonna erfreute die Teilnehmenden mit einem Überraschungsauftritt.

An unsere Gegner, die sagen, dass unser Marsch zu nichts führt: Fuck you.
Autor: MadonnaAuf dem «Marsch für Frauen» in Washington

Laut Medienberichten schlossen sich weltweit vermutlich mehr als 2,5 Millionen Menschen den Protesten an. Zur wohl grössten Demo ausserhalb der USA kamen in London nach Schätzungen der Veranstalter etwa 100'000 Menschen.

Schlechte Umfragewerte für Trump

Die Grosskundgebung in der US-Hauptstadt wird nach Angaben der Organisatoren von umfangreichen Sicherheitsmassnahmen begleitet. Die Demonstration in Washington ist unter anderem ungewöhnlich, weil die Zeit direkt nach der Amtseinführung als Phase gilt, in der dem neuen Präsidenten eher Wohlwollen entgegengebracht wird. Trumps Umfragewerte sind aber derzeit so schlecht wie seit Jahrzehnten nicht mehr bei einem Amtsantritt eines US-Präsidenten.

Tweets zum #WomensMarch

2500 Demonstranten in Genf

Am einzigen «Marsch für die Würde der Frauen» der Schweiz haben in Genf rund 2500 Menschen teilgenommen. Donald Trump wurde nicht namentlich genannt, dennoch richtete sich die Kundgebung auch gegen ihn. In einem verlesenen Grusswort richtete alt Bundesrätin Micheline Calmy-Rey einen Appell an junge Frauen, sich in der Politik zu engagieren.

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146 Kommentare

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  • Kommentar von Juha Stump (Juha Ilkka Stump)
    Lasst doch diese Leute und diese sich selbst überschätzenden "Superstars" marschieren !! Wer etwas genauer hinschaut, kann einiges erkennen, und zwar das gleiche Muster: "Progressive" und viele vom anderen Ufer. Und dass die Kabbala-Madonna hier auch mitgemischt hat, erstaunt tatsächlich. Eigentlich sollte sie sich darüber freuen, dass einer, der offen sagt, dass er hinter Israel steht, zum Präsidenten gewählt worden ist. Aber eben, auch sie ist "progressiv".
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  • Kommentar von Beppie Hermann (Eine rechte Grüne)
    A.Zuckermann, wenn Demos od.Referenden postwendend dazu verwendet werden, Abstimmungen/Wahlen zu annullieren, umzuwerfen od.gar eine Umsetzung mir allen Mitteln verhindert wird, so ist das mE undemokratisch. Man kann sich vorher mit Händen, Füssen+Mundwerk dafür od.dagegen einsetzen, aber gleich danach, das ist schäbig. Liesse man diese Demos analysieren, stellte man fest, dass sie weltweit organisiert wurden u.die meisten Mitläufer keine Ahnung haben, wofür sie überhaupt auf die Strasse gehen!
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  • Kommentar von Manuela Fitzi (Mano)
    Madonna spricht für Frauenrechte. Aha. Die Madonna, die ihre Karriere mit Hilfe von sehr groszügigen, sehr mächtigen Männern ins Rollen gebracht hat. Aha. Kein Wunder, musste sie sogar Sätze, wie "ja, ich bin wütend" vorlesen. :)
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    1. Antwort von Hans Haller (panasawan)
      Also Madonna ist nicht gerade ein Vorbild als Frau, sondern eher typisch fuer bestimmte Frauen, auch fuer jene die auf dem Roten Teppich sich sehr gerne sehr freizügig zeigen. Auch das Angebot von Madonna hinsichtlich des Blow-Jobs, darf man nicht so tierisch ernst nehmen. Und ja, es gibt tatsächlich auch Frauen, die sich..., um sich damit einen Vorteil verschaffen zu können. Trump war eigentlich da lediglich unziemlich und ungehobelt und unanständig aber dennoch sehr nahe an realen Tatsachen.
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    2. Antwort von Peter Holzer (Peter Holzer)
      Fitzi : Nein ich mag die Musik von Madonna nicht, aber: sie setzte sich schon seit immer für die Anliegen der Frauen ein in ihren Texten. Sie hat ihre Karriere selbst "gestalltet" und nicht von irgendwelchen Produzenten. Was sie schreiben entspricht leider nicht den Tatsachen, aber sie dürfen gern ein par Namen und Fakten zu ihren Behauptungen posten, Danke.
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