#wemissyoutoo - Nestlé kämpft für Maggi-Nudeln

Maggi-Nudeln sind in Indien mehr als ein Fertiggericht – sie sind Kult. Doch seit Juni kann man in Indien keine Maggi-Nudeln mehr kaufen. Die Lebensmittelaufsicht hat sie verboten – angeblich wegen zu hohen Bleiwerten. Nun versucht Nestlé ein Comeback.

Ein indischer Ladenbesitzer räumt Maggi-Nudeln aus seinem Geschäft. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Seit Juni gibt es in indischen Geschäften keine Maggi-Nudeln mehr. Keystone

Eine Liebeserklärung an die Maggi-Nudeln kursiert seit wenigen Tagen auf Facebook und Twitter, lanciert von der Werbeabteilung von Nestlé. Unter dem Hashtag «wemissyoutoo», wir vermissen dich auch, erinnern sich junge, trendige Inder an die Zeit, als die Fertignudeln noch auf ihrem Speiseplan standen.

Einer sagt betrübt: «Nie habe ich meine Mutter mitten in der Nacht aufgeweckt, wenn meine Freunde und ich bis spät in die Nacht gefeiert haben und dann auf einmal hungrig wurden.»

«  Die einzige und wichtigste Mission in meinem Leben ist es zurzeit die Maggi-Nudeln an unsere lieben Kunden zurückzugeben. »

Suresh Narayanan
Nestlé-CEO Indien

«Wir vermissen dich. Wann kommst du zurück?» Das ist auch die einzige Frage, die Suresh Narayanan seit Wochen beschäftigt. Der indische Top-Manager hat Anfang August die Leitung von Nestlé in Indien übernommen, um die Nudel-Krise zu überwinden. «Die einzige und wichtigste Mission in meinem Leben ist es zurzeit die Maggi-Nudeln an unsere lieben Kunden zurückzugeben. Das einzige was wir wollen, ist eine faire Chance», sagt Narayanan.

Die Angelenheit sei beklagenswert, es sei übertrieben worden, so der indische CEO ohne jemanden beim Namen zu nennen. Die indische Lebensmittelaufsicht sah das allerdings anders. Bei Tests stellte sie zu hohe Bleiwerte fest.

Seit Juni darf Nestlé die Fertignudeln weder in Indien herstellen noch verkaufen. Der Konzern musste 400 Millionen Nudelpackungen vom Markt nehmen, Tausende von Zulieferern und Bauern verloren ihre Aufträge. Verluste in Millionenhöhe und ein Imageschaden sind die Folge.

«  Wir sind einfach nur enttäuscht, wie diese Sache gehandhabt wurde. »

Suresh Narayanan
Nestlé-CEO Indien

Alles zu Unrecht, findet Indiens Nestlé-Chef Narayanan: «Wir haben 2700 Nudelpackungen in Indien und im Ausland getestet. Bei keinem einzigen Test stellten wir zu hohe Bleiwerte fest. Wir sind einfach nur enttäuscht, wie diese Sache gehandhabt wurde.»

Nestlé hat längst sein Heer von Anwälten losgeschickt. Mit Erfolg. Mitte August hob das Hohe Gericht in Mumbai das Verkaufsverbot auf, verschrieb jedoch neue Tests, bevor die Nudeln auf den Markt zurückkehren können. Der Nestlé-CEO in Indien ist zuversichtlich, dass die Nudeln bis Ende Jahr auch in Indien wieder in die Kochtöpfe zurückkehren werden.

Wann wird das sein, fragen die Protagonisten der Werbekampagne und Nestlés CEO in Indien antwortet zuversichtlich: «Mein Ziel ist es, die Maggi-Nudeln bis Ende Jahr den indischen Konsumenten zurück zu geben.»

Nestlé fährt in Indien eine grosse Kampagne