Weniger Arbeitslose in Euroländern

Hoffnungsschimmer auf dem europäischen Arbeitsmarkt: Die Zahl der Arbeitslosen in den 17 Staaten mit der Euro-Währung ist etwas gesunken. Doch die Krisenländer Südeuropas ringen weiter mit hohen Arbeitslosenquoten.

Erstmals seit April 2011 ist die Zahl der Arbeitslosen in den 17 Staaten mit der Euro-Währung gesunken. Allerdings mögen Experten noch nicht von einer Trendwende sprechen. Im Juni waren insgesamt 19,27 Millionen Personen in der Eurozone ohne Job, ein minimaler Rückgang um 24'000 im Vergleich zum Mai. Das meldete die europäische Statistikbehörde Eurostat.

Nach Einschätzung der Wirtschaftsberatung Ernst & Young wird es bis zu einer echten Trendwende aber noch dauern. Nach ihrer Prognose wird die Arbeitslosigkeit im kommenden Jahr auf 20,3 Millionen Personen steigen und erst ab 2015 wieder sinken – auf 18,5 Millionen im Jahr 2017. Das Vorfinanzkrisen-Niveau werde mittelfristig nicht wieder erreicht. 2007 waren «nur» 11,8 Millionen Menschen ohne Job.

Viele Junge

Die Kluft im Währungsraum ist weiterhin sehr gross: Österreich mit 4,6 Prozent, Deutschland mit 5,4 Prozent und Luxemburg mit 5,7 Prozent weisen die niedrigsten Werte bei der Arbeitslosenquote auf, Spanien mit 26,3 und Griechenland mit 26,9 Prozent (im April) die höchsten.

Insbesondere unter jungen Menschen war die Arbeitslosigkeit in den von der Wirtschaftskrise besonders gebeutelten Staaten Südeuropas im Juni hoch. Griechenland meldete 58,7 Prozent (für April), Spanien verzeichnete 56,1 Prozent und Portugal 41 Prozent.

Zumindest teilweise hat dies aber statistische Gründe: Die Eurostat-Experten klammern junge Männer und Frauen in Studium oder Ausbildung aus. Dadurch schrumpft die Bezugsgruppe der Unter-25-Jährigen, und jeder einzelne Arbeitslose fällt noch stärker ins Gewicht.