Wenn der Chef auf die Strasse geht

Demonstrationen sind in Frankreich nichts Ungewöhnliches. Doch diesmal ist etwas anders: Es sind die Firmenchefs, die auf die Strasse gehen. Tausende waren es, die vor allem in Paris und Toulouse lautstark gegen die Wirtschaftspolitik der Regierung Sturm liefen.

Zwei Männer tragen eine Kette mit Vorhängeschlösser um den Hals. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: «Eure Vorschriften legen unsere Firmen in Ketten» ist die Message der französischen Firmenchefs an die Regierung. Reuters

Es ist 15 Jahre her, seit in Frankreich letztmals Unternehmer auf die Strasse gingen. Doch jetzt haben tausende Firmenchefs die Nase voll. 6000 demonstrierten in Paris, 4000 in Toulouse.

Die Bosse kleiner und mittlerer Unternehmen wehrten sich lautstark gegen eine Politik, welche sie einschnüre. «Befreit unsere Unternehmen» war ein häufiger Slogan. In den Augen der Demonstranten wird die Belastung durch Steuern, Abgaben und Reglementierungen zu gross.

Die Unternehmer würden durch die Steuerlast regelrecht erstickt, kritisierte der Chef des Arbeitgeberverbandes Medef. Verantwortlich sei die frühere Regierung Sarkozys gleichermassen wie die jetzige von Hollande.

Besonderen Unmut erregt ein neues Gesetz. Danach müssen Unternehmen ab kommendem Januar besonders belastende Arbeiten für ihre Angestellten speziell vermerken. Dies sei für kleine Firmen unpraktikabel, so die Arbeitgeber.