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International Wenn ein 15-Jähriger in den Dschihad zieht

Der IS scheut nicht davor zurück, Kindersoldaten als Nachwuchs zu rekrutieren. Einer davon war bis vor kurzem der 15-jährige Yasir aus Syrien. In einem Interview mit dem Sender CNN schildert der Junge, wie er die Gehirnwäsche des IS erlebte.

Legende: Video Yasir beim IS abspielen. Laufzeit 03:44 Minuten.
Aus 10vor10 vom 14.11.2014.

Die Terrorgruppe IS unternimmt grosse Anstrengungen, um bereits Kinder für ihre Sache einzuspannen. Auf öffentlichen Plätzen veranstalten sie Kinoabende für Kinder. Den Knaben werden grausame Propagandavideos vorgeführt. Höhepunkt der Veranstaltungen sind Videos einer Massenerschiessung von irakischen Soldaten.

«Der IS macht aus Kindern Kampfmaschinen», sagt der Neuropsychologe Thomas Elbert zu «10vor10». Elbert betreibt seit Jahren Gehirnforschung mit Kindersoldaten. Deren junge Gehirne würden sich durch die frühen Erlebnisse von Gewalt anders verschalten als jene von normalen Kindern.

«Wenn ihr aufgebt, werdet ihr erschossen»

Einer der IS-Kindersoldaten war der 15-jährige Yasir. Er musste zusammen mit 100 weiteren Kinder in eine IS-Rekrutenschule. Yasir erhielt einen Sprengstoffgürtel, eine Pistole und eine Kalaschnikow.

«Wir robbten unter Stacheldraht durch, darüber hatten sie Feuer angezündet. Wir schossen. Wir mussten durch grosse Metallringe springen und die Ausbildner schossen auf unsere Füsse. Sie sagten: Wenn ihr aufgebt, werdet ihr erschossen.» Vor wenigen Wochen ist er in die Türkei geflohen. Heute sagt Yasir, er bereue es, bei der IS mitgemacht zu haben.

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16 Kommentare

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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Der radikal-Islamische Zentralrat drehte letzten Sonntag in Kriens/LU ein Video mit ca 50 Muslimen und schwarz vermummten Akteuren, die eine entsprechende Fahne mit sich trugen und Spaziergänger im Naherholungsgebiet provozierten. Wer weiss, ob dieser Film, der übrigens mit Aufnahmen auch aus andern Regionen der Schweiz bestückt ist, dem Islamischen Staat vorgeführt wird? Die eventuellen Folgen sind nicht auszudenken !!!! Zu lange hat die Politik weggeschaut.
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    1. Antwort von James Klausner, Interlaken
      Ob Marlene wohl weiss, was Frau Zelger uns hier mitteilen will? Die schöne Krienser Aussicht und die gute Luft haben eventuelle Folgen die nicht auszudenken sind? Für wen?
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  • Kommentar von Christophe Bühler, Langnau am Albis
    Ein jedes Kind lernt zu Hause: "Du sollst nicht töten!" Empfänglich für Ideologien sind alle. Beim richtigen Cowboy und Indianerspiel mit Toten hört der Spass auf, der bittere Ernst beginnt. Fehlt es an dieser Erziehung, haben schon die Eltern dieser Kinder in einer aufgeklärten Gesellschaft nichts verloren. Kriegsverbrecher sind alle, die religiösem und politischen Fanatismus, diese Kinder ausnutzen. Als Schweizer bin ich auch nicht bereit, die entsprechende Traumtherapie zu bezahlen !
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  • Kommentar von Juha Stump, Zürich
    Diese Kinderrekrutierung erinnert in erschreckender Weise an die letzten Wochen und Monate des "Dritten" Reiches, als noch mehrere 100'000 Buben ab 12 Jahren noch in die Schlachten geschickt wurden. Einer von ihnen war der noch heute lebende Manfred Gregor, der seine Erlebnisse später im Roman "Die Brücke,", der 1959 unter dem bekannten Regisseur Bernhard Wicki sehr gut verfilmt wurde, verarbeitet hat.
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