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International Wer jetzt nicht geht, muss mit Ausschaffung rechnen

In Calais ist die Räumung des Flüchtlingslagers angelaufen. Die Stimmung ist ruhig, berichtet SRF-Korrespondent Michael Gerber. Allerdings: Etwa ein Drittel der «Dschungel»-Bewohner verweigert sich und hat sich versteckt. Ihnen droht eine härtere Gangart.

Die Behörden in Calais haben am Montagmorgen mit der Räumung des Flüchtlingslagers begonnen. Vor Ort sei alles ruhig, sagt SRF-Korrespondent Michael Gerber. «Hunderte Migranten warten ruhig mit ihren Koffern auf die Registrierung und die Busse, welche sie nachher in die verschiedenen Auffanglager in ganz Frankreich bringen.»

Legende: Video Michael Gerbers Eindruck von der Räumung abspielen. Laufzeit 02:05 Minuten.
Aus Tagesschau vom 24.10.2016.

Viele seien froh, den «Dschungel» – so wird das Flüchtlingscamp genannt – verlassen zu können. Sie können den miserablen Umständen im Camp entfliehen, kommen zu besseren Lebensbedingungen, ein warmes Bett mit Dach über dem Kopf.

Ein Drittel weigert sich

«Doch es gibt auch die anderen. Diejenigen, die nicht am Programm mitmachen», so Gerber. Rund ein Drittel der schätzungsweise 6000 bis 8000 «Dschungel»-Bewohner habe das Camp verlassen und verstecke sich in der Region, so schätzen Hilfsorganisationen vor Ort.

«All die Migranten, welche Calais vor der Räumung verlassen hatten, träumen weiter davon, später zurückzukehren. Dann wollen sie wieder versuchen auf Lastwagen zu klettern, um nach Grossbritannien zu gelangen.»

Ein riskantes Verhalten. Denn: «Die Polizei wird die Schraube wohl anziehen, wenn das Camp geräumt ist», so Michael Gerber. Die Migranten, welche nach der Camp-Räumung in der Region aufgegriffen werden, müssten damit rechnen, gemäss Dublin-Regeln ausgewiesen zu werden.

Legende: Video Erste Welle von Migranten verlässt Calais abspielen. Laufzeit 01:55 Minuten.
Aus Tagesschau vom 24.10.2016.

Leere Behausungen werden sofort zerstört

Eine Sonderregelung gibt es für Minderjährige unter 18 Jahren. Sie müssen die Reise in ein Auffangcamp nicht auf sich nehmen. Sie erhalten die Möglichkeit nach Grossbritannien zu reisen – falls sie dort Angehörige haben. Allen anderen wird angeboten, in die Container auf dem Gelände zu ziehen. Für jene Jugendlichen, bei denen die Asylsituation unklar ist, wollen die Behörden vor Ort prüfen, wie es mit ihnen weitergeht..

Das Flüchtlingslager soll in Calais binnen einer Woche vollständig geräumt werden. Zelte und Hütten, die leer stehen, würden sofort abgerissen, sagt der SRF-Frankreich-Korrespondent. Damit soll verhindert werden, dass die leer gewordenen Unterkünfte neu bewohnt werden.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Angela Keller (kira)
    Calais steht vor der Räumung. Es war ein geduldeter Schandfleck der Franzosen. Wieviel Elend, Hoffnung und Träume für viele Flüchtlinge an diesen Tagen ein jähes Ende. Verbrochen haben sie nichts, wünschen sich nur ein besseres Leben. Wenn die Container auf dem Gelände bestehen bleiben, ist es ein Zeitfrage, bis sich die nächsten Flüchtlinge auf dem Camp wieder einrichten. Auf der einen Seite tun mir diesem Menschen leid, aber eben.....
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    1. Antwort von Jürg Sand (Jürg Sand)
      So ist es nicht, Frau Keller. Von den 6'000 sind so gut wie alle illegal eingereist, dies ist ein Vergehen und würde selbst in der Schweiz mit bis zu einem Jahr Haft bestraft. Hinzu kommen bei vielen weitere Vergehen, von Irreführung der Behörden, Erschleichung von Sozialhilfe, Drogenhandel, Diebstahl, bis zu gewalttätiger Nötigungen, Sachbeschädigung und Gewalt gegen Polizisten. Das ist es, was ich meine, der Rechtsstaat wird ausser Kraft gesetzt und Links nickt oder klatscht gar dazu.
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  • Kommentar von Manuela Fitzi (Mano)
    Wer sich nicht in die Asylstrukturen begibt, der ist rechtlich gesehen ein illegaler Aufenthalter. Solchen droht in ganz Europa die Ausweisung. Wer sich dazu noch nicht einmal ausweisen kann, kann ja auch nicht beweisen, dass er/sie minderjährig ist. Mich besänftigen die Bilder mit Krokodiltränen nicht. Wenn ich daran denke, dass diese Personen willentlich arbeitende LKW-Chauffeure angreifen; an die Seuchengefahr; an die Dublin-Regeln; an die zurückgebliebenen Frauen&Kinder in echter Gefahr...
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  • Kommentar von Jürg Sand (Jürg Sand)
    "Die Migranten, welche nach der Camp-Räumung in der Region aufgegriffen werden, müssten damit rechnen, gemäss Dublin-Regeln ausgewiesen zu werden." Ach so, gibt es tatsächlich diese Möglichkeit, sehen die Dublinregeln eine Ausweisung illegaler Migranten vor? Dann frage ich mich, wie kann man die millionenfache Missachtung dieser Regeln einklagen und wen belangen? Die Schadensumme dürfte sich mittlerweile auf Abermilliarden belaufen!
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    1. Antwort von Christa Wüstner (Saleve2)
      Vielleicht verbindet man die Drohung von Ausweisung auch mal mit exakten Fakten wohin. Ich denke die meisten Ländet nehmen ihre Landsleute nicht mehr zurück.? Deshalb werden Verhandlungen geführt, von denen man auch nichts mehr hört.
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    2. Antwort von Manuela Fitzi (Mano)
      Frau Wüstner, wahrscheinlich ins ersten EU-Land, was höchstwahrscheinlich GR o. ITA ist. Von dort aus in die Türkei. Von dort aus verwischt sich die Spur. Doch Ihre Frage ist durchaus berechtigt. Auf die Antwort dürfen wir gespannt sein.
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    3. Antwort von Christa Wüstner (Saleve2)
      Bereits gestern sind wieder über 2000 Flüchtlinge übers Mittelmeer gekommen. Wie lange übt denn die Frontex noch an ihren neuen Aufgaben des Grenzschutzes, wie Frau Merkel bekannt gab. Gr. und It. werden sich wundern, wenn es dort zu Aufständen kommt und sie die Grenzen Richtung Nord Europa einfach durchbrechen werden.
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