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International Wer steckt hinter den Anschlägen von Wolgograd?

Bislang hat sich niemand zu den beiden Selbstmordanschlägen von Wolgograd bekannt. Mutmassungen aber gibt es. Dabei fällt immer wieder der Name Doku Umarow, der sich als Führer der vielen Untergrundgruppen im Nordkaukasus versteht – einer Region, die Russland einfach nicht unter Kontrolle bekommt.

Legende: Video Archiv: Umarow ruft im Juli 2013 zu Anschlägen auf abspielen. Laufzeit 02:15 Minuten.
Aus Tagesschau vom 07.07.2013.

Gleich zwei Mal innerhalb von weniger als 24 Stunden detonierten in der südrussischen Metropole Wolgograd Bomben. Mehr als 30 Menschen starben, Dutzende wurden verletzt. Beide Taten tragen nach Angaben der Ermittler eine ähnliche Handschrift. So wurden in beiden Fällen ähnlich hinterhältige Sprengsätze mit Nägeln, Schrauben und anderen kleinen Metallteilen verwendet. Beide Anschläge wurden Selbstmordattentätern verübt.

Bekannt hat sich allerdings bisher noch niemand. Als möglicher Urheber gilt Doku Umarow, ein Veteran der Tschetschenien-Kriege gegen die russische Regierung. Umarow versteht sich selbst als Anführer aller Rebellengruppen im Nordkaukasus.

«Für Umarow als Täter spricht, dass er seine Anhänger erst im Juli zu Anschlägen im Vorfeld der Olympischen Spiele in Sotschi aufgerufen hat», erklärt SRF-Auslandredaktorin Brigitte Zingg. Gegen Umarow spreche jedoch, dass er sich bei früheren Anschlägen sehr rasch und medienwirksam bekannt habe.

Umarow und seine Mitstreiter gelten als Drahtzieher gleich mehrerer schwerer Anschläge in den vergangenen Jahren – jenen auf die Moskauer Metro 2010 etwa oder auf den Moskauer Flughafen Domodedowo im Januar 2011.

Widersprüchliche Angaben

Wie viele Anhänger Umarow hinter sich versammelt, ist nach den Worten von Brigitte Zingg nur schwer zu sagen. «Die Sicherheitsbehörden betonen immer wieder, sie hätten mit ihrer repressiven Anti-Terrorpolitik Erfolg und die Terroristen seien geschwächt», so die Russlandexpertin. «Kaukasusexperten und Menschenrechtler aber beobachten genau das Gegenteil.»

Habe es unter Putins Vorgänger, dem heutigen Regierungschef Dmitri Medwedew, eine leichte Entspannung gegeben, sei das Nordkaukasus-Problem heute wieder ungelöst. «Medwedew hatte einen anderen Ansatz: Er versuchte, die moderaten Islamisten und Untergrundkämpfer einzubinden – mit Zeugenschutzprogrammen und einer Art Wahrheitskommission», so Zingg.

Putin hingegen gehe wieder äusserst repressiv gegen jede Form von Islamismus vor – ohne nennenswerten Erfolg. «Er bekommt das Problem Nordkaukasus einfach nicht in den Griff. Fast wöchentlich gibt es Anschläge im Süden des Landes, vor allem in den Kaukasusrepubliken – nur spricht niemand darüber.»

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Adrian Flükiger, Bern
    Blankes Entsetzen - immer wieder und immer wieder beschönigende Kommentare. Wobei der Beitrag über diesen Umarow hier durchaus ausgewogen daherkommt. Fakt ist, dass die Russen in ihren kaukasischen Hinterhöfen den Brand selbst gelegt haben. In dieser Region gilt, wie richtig dargestellt wird, halt immer noch das Prinzip der Blutrache - sprich: es wird mit dem selben Münz zurückbezahlt. Wohl ist das nicht zu billigen, aber es ist wichtig zu wissen, dass die Russen den Verursacherpreis bezahlen!
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    1. Antwort von Björn Christen, Bern
      @Flückiger - man könnte bei ihren Kommentaren meinen, Sie seien der schweizerische Umarow-Fanclub-Leiter. Die Russen haben ein absolutes Recht auf ihrem Territorium islamistischen Bestrebungen nach einem Kalifat mit aller Härte entgegenzutreten. Zum Glück kennen Putin und die Russen in Sachen Terrorismusbekämpfung keine Political Correctness und fetzen, wenn's denn sein muss. Umarow kann seine 72 Jungfrauen, die ihm für seinen Märtyertod im Paradies zustehen, schon mal vorberstellen.
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  • Kommentar von Amira Salem, Zürich
    Immer wieder lese ich Kommentare, die die Schuld an saudis, die quataris oder aus dem Golf Region im allgemeinen, interessanterweise keine verlangt Massnahmen gegen solche "gefährliche Ländern" z.b. Keine wirtschaftliche Beziehungen mit ihnen oder keine Geld in den CH Banken zu verwalten.
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  • Kommentar von Franz NANNI, Nelspruit SA
    Terror und Oel... kennen keine Grenzen... Des Einen zuviel, des Anderen bald zu wenig..na es hat alles seine Gruende... Das Erwachen des Fussvolkes wird mal grauenhaft sein!
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