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Neue Enthüllungen Wikileaks veröffentlicht tausende CIA-Dokumente

Die publizierten Unterlagen sollen Spionagepraktiken im Netz aufzeigen. Der US-Geheimdienst schweigt dazu.

Legende: Video Wikileak enthüllt CIA-Abhörtechnologie abspielen. Laufzeit 01:55 Minuten.
Aus Tagesschau vom 08.03.2017.
  • Die Enthüllungsplattform Wikileaks hat tausende Dokumente publik gemacht, die vom US-Geheimdienst stammen und Methoden der Online-Kriegsführung zeigen sollen.
  • Das unter dem Titel «Vault 7» veröffentlichte Material gibt Einblick über die mutmassliche Cyber-Spionagepraxis der CIA.
  • Ausserdem werden in den Dokumenten Schwachstellen von Smartphones, Computern und Elektronikgeräten beschrieben sowie Hacker-Werkzeuge vorgestellt.

Laut einer Pressemitteilung von Wikileaks war Frankfurt ein Ausgangspunkt der Überwachungen. So hätten die Hacker vom dortigen Generalkonsulat aus ihre Angriffe in Europa, dem Nahen Osten und Afrika gesteuert. Die am Dienstag publizierte Tranche stamme aber aus dem CIA-Hauptquartier in Langley (US-Bundesstaat Virginia), in der Nähe von Washington. Die CIA kommentierte den Vorgang nicht.

Wir äussern uns nicht zur Authentizität oder den Inhalt von angeblichen Geheimdienst-Dokumenten.
Autor: SprecherUS-Geheimdienst CIA

Dokumente werden häppchenweise veröffentlicht

Die Veröffentlichung gehe bezüglich ihrer Grössenordnung weit über die von Enthüller Edward Snowden aufgedeckten Informationen des US-Abhördienstes NSA hinaus. Die CIA habe heimlich ihre Cyberaktivitäten ausgebaut und so eine neue NSA geschaffen, heisst es bei Wikileaks. Mit dem Unterschied, dass diese neue Aktivitäten noch weniger reguliert seien. Wikileaks will die Informationen in mehreren Tranchen publik machen. Die erste wurde am Dienstag ins Netz gestellt.

Die angewandten Strategien, mit Hilfe sogenannter Cyber-Waffen an Informationen zu gelangen, seien hochgradig gefährlich. Sobald eine solche Waffe in die falschen Hände geraten, könne sie jederzeit gegen Dritte eingesetzt werden.

In der Entwicklung von Cyber-Waffen liegt ein extremes Risiko der Weiterverbreitung.
Autor: Julian AssangeWikileaks-Gründer

Zum Hacking-Arsenal der CIA gehören laut Wikileaks Malware, Viren und Trojaner. Demnach können etwa iPhones, Android-Geräte oder Windows-Rechner ausspioniert werden. Zudem soll über eine spezielle Software Samsung-Fernsehgeräte des Modells F-8000 mit eingebauter Kamera und Mikrofon in eine Wanze verwandelt worden sein. Bei der Attacke mit einem Programm namens «Weeping Angel» erweckt das Gerät den Anschein, ausgeschaltet zu sein. Stattdessen zeichnete der Fernseher Gespräche auf und sendete diese an einen CIA-Server.

Überschreitet die CIA ihre Kompetenzen?

Wikileaks hat seine Informationen von anonymen Quellen bezogen. Die Quelle wünsche, mit der Veröffentlichung eine öffentliche Diskussion über die Frage zu entfachen, ob die CIA ihre Kompetenzen überschreitet. Erstmals hat die Enthüllungsplattform Dokumente vor Veröffentlichung bearbeitet und etwa Namen von CIA-Mitarbeitern oder andere Daten geschwärzt.

Einschätzung von SRF-Korrespondent Thomas von Grünigen

«Bürgerrechtler begrüssen die neuen Enthüllungen von Wikileaks. Die Daten weisen auf Spionage-Methoden hin, die ohne strenge Kontrolle zu einem orwellschen Überwachungsstaat führen können: Menschen werden mithilfe von Handys oder TV-Geräten in jeder Lebenslage bespitzelt, auch bei vermeintlich verschlüsselter Kommunikation. Anders sieht die Beurteilung aus geostrategischer Sicht aus: Der amerikanische Geheimdienst wird – nicht zum ersten Mal – durch Enthüllungen geschwächt, während die feindlichen Geheimdienste (insbesondere Russland, China) ungehindert weiterarbeiten können.

Deshalb tauchen jetzt erneut Fragen zu den Motiven von Wikileaks auf. Im US-Wahlkampf fügten Wikileaks-Enthüllungen Hillary Clinton schweren Schaden zu, während Donald Trump ungeschoren davonkam. Damals stammten die Wikileaks-Daten angeblich aus Quellen, welche Russland nahe stehen. Die neusten Enthüllungen schwächen die US-Geheimdienste, die zurzeit mit Trump im Clinch sind. Die CIA ist blossgestellt. Putin dürfte sich freuen.»


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