Wolgograd heisst wieder Stalingrad

Zum Gedenken an den Sieg in der entscheidenden Schlacht des Zweiten Weltkriegs trägt die Stadt den Namen des Sowjetdiktators Stalin – wenigstens für ein paar Tage. Kriegsveteranen sind stolz – Menschenrechtler sind entsetzt.

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Bildlegende: Vor genau 70 Jahren zogen deutsche Soldaten nach dem Ende der Kämpfe in eisiger Kälte durch die Ruinen von Stalingrad. Keystone

70 Jahre nach der Schlacht von Stalingrad wird die russische Stadt Wolgograd für die Feiern zum Gedenken an den Zweiten Weltkrieg wieder ihren alten Namen tragen. Der ehemalige Name Stalingrad ist allerdings umstritten.

Trotzdem billigte das Parlament der Millionenstadt an der Wolga einen Antrag von Veteranen, die Heldenstadt an diesem Samstag sowie an einigen weiteren Gedenktagen wieder Stalingrad zu nennen.

Busse mit Stalin-Porträts

Historiker, Menschenrechtler, aber auch Teile der Führung haben den blutigen Sowjetdiktator Josef Stalin (1879-1953) immer wieder als Massenmörder verurteilt und vor einer Heldenverehrung gewarnt. Medien berichteten, dass 70 Jahre nach dem Sieg der Roten Armee in Stalingrad auch in St. Petersburg und im sibirischen Tschita Busse mit Stalin-Porträts fahren.

Gegen ähnliche Aktionen hatte es bereits in der Vergangenheit heftige Proteste unter anderem von der Menschenrechtsorganisation Memorial gegeben. Stalingrad hatte 1961 im Zuge einer politischen Tauwetterperiode in der Sowjetunion nach 36 Jahren seinen umstrittenen Namen verloren. Es heisst seither Wolgograd.