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International Zehn Millionen Dollar aus der Fifa-Zentrale für Stimmenkauf

Laut dem «Wall Street Journal» soll es eine direkte Verbindung zwischen einem Geldtransfer und dem engsten Fifa-Führungskreis in Zürich gehen. Über ein Schweizer Bankkonto sollen zehn Millionen Dollar an Concacaf geflossen sein. Damit sollten Stimmen für die WM 2010 in Südafrika gekauft werden.

Die Fifa müsse sich noch auf viel mehr gefasst machen. Damit hat US-Justizministerin Loretta Lynch am Mittwoch gedroht. Was der Fifa möglicherweise droht, schreibt das «Wall Street Journal, Link öffnet in einem neuen Fenster»: Es gebe im Fifa-Skandal eine direkte Verbindung zwischen mutmasslichen Bestechungs-Geldern und dem engsten Fifa-Führungskreis in Zürich. Diese Verbindung führe über ein Schweizer Bank-Konto.

Konkret geht es um den Paragraph 192 in der Anklageschrift der US-Justiz. Im Januar 2008 soll ein hochrangiges Fifa-Mitglied Zahlungen in der Höhe von zehn Millionen Dollar über ein Fifa-Bankkonto in der Schweiz veranlasst haben.

Mittel für die WM in Südafrika

Empfänger war der ehemalige Fifa-Vizepräsident Jack Warner und Präsident der Konföderation von Nord- und Mittelamerika (Concacaf). Er ist einer der Hauptangeklagten der US-Justiz. Gemäss der Anklageschrift war das Geld als Bestechung für ihn und für den früheren Fifa-Funktionär Chuck Blazer gedacht. Ziel war der Kauf ihrer Stimmen für die Durchführung der Fussball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika.

Joseph Blatter blieb an der Medienkonferenz vom Samstag vage, als er auf die Millionen-Zahlung aus der Fifa-Zentrale angesprochen wurde: «Auf dieses Thema will ich nicht eingehen. Ich kann nur sagen: Ich habe keine zehn Millionen Dollar.»

Bundesanwaltschaft liefert Bankdaten

Zahlungen aus der Fifa-Zentrale über Schweizer Bankkonten könnten der Schlüssel sein für eine Ausdehnung der Anklage des US-Justizministeriums. Die Schweizer Bundesanwaltschaft will offenbar solche Bankdaten an die USA ausliefern, wie sie schon am Mittwoch verlauten liess: «Die heute sichergestellten elektronischen Daten und Akten sowie die erhobenen Bankunterlagen dienen sowohl dem Schweizer als auch ausländischen Strafverfahren.»

Südafrika bestätigt Zahlung

Danny Jordaan, der frühere Präsident des Organisationskomitees für die Fussball-Weltmeisterschaft in Südafrika 2010, hat eine Sonderzahlung von zehn Millionen Dollar eingeräumt. Das Geld sei aber entgegen der Anklageschrift der US-Justiz keine Bestechung der Fifa gewesen, sagte Jordaan der südafrikanischen Zeitung «Sunday Independent», Link öffnet in einem neuen Fenster.

Das Geld sei 2008 an die Konföderation von Nord- und Mittelamerika (Concacaf) überwiesen worden, um den Fussball dort zu fördern. Concacaf-Präsident war zu dem Zeitpunkt Fifa-Vizepräsident Jack Warner. Laut Jordaan stammte das Geld aus einer Zahlung der Fifa für die Austragung der Weltmeisterschaft in Südafrika. Weil das Land bereits 2004 den Zuschlag für die WM-Austragung bekommen habe, könne es sich bei der Zahlung, die 2008 erfolgte, kaum um Bestechung dafür handeln, argumentierte Jordaan weiter.

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11 Kommentare

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  • Kommentar von C. szabo, Thal
    Das bei der Fifa Korruption herrscht, war schon lange bekannt. Komisch ist nur, dass ein Land, in dem Eliten offen zugeben, bei wichtigen Entscheidungen andere Politiker zu kaufen oder zu erpressen, so penetrant eine Sport-Organisation anklagt. Dabei spielt Fussball in den USA nur eine Nebenrolle. In den Strategien, die von der USA betrieben werden, gehts oft viel dreckiger zu und her. Entscheide, die nicht ins politische Konzept passen, werden mit allen Mitteln bekämpft. Unrühmlich!
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  • Kommentar von UdoGerschler, Frankenberg
    Warum macht sich keiner einen Kopf wie ein Schweizer oder eine Organisation von einem Fremdstaat kriminalisiert wird um Politische Interessen durchzusetzen (z.B.gegen Russland).Habe mich schon damals über die Franzosen gewundert als es um Banken ging.Die Hatz geht weiter und die Schweiz sollte endlich mal einen A... in der Hose haben.
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  • Kommentar von Franz NANNI, Nelspruit SA
    Aufdecken ohne Ruecksicht! Bin dafuer.. nur, um sich bestechen zu lassen benuetzt man Geld aus der eigenen Kasse.. das ist irgendwie komisch.. ich habe doch gedacht, die Funktionaere haben sich von Kremel und Scheich bestechen lassen ... so gesehen ist es keine Bestechung sondern gewoehnlicher Diebstahl.. ok habe den Artikel nicht gelesen, aber das sind so erste Gedanken nach Lesen des Titels.. auch interessant!
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