Zentralafrika – ein heisses Pflaster für Frankreich

Die Gewalt in dem bitterarmen Land Zentralafrika geht unvermindert weiter. Die Afrikanische Union sowie französische Truppen versuchen, eine humanitäre Katastrophe zu verhindern. Nun hat Frankreich die ersten toten Soldaten zu beklagen.

Ein Mann geht mit einem Messer auf einen Séléka-Rebellen los Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Bürgermilizen kämpfen gegen muslimische Séléka-Rebellen. Über 400'000 Menschen sind auf der Flucht. Keystone

Bei einem Gefecht in der Zentralafrikanischen Republik sind zwei französische Soldaten getötet worden. Die Fallschirmjäger seien in der Nacht in der Hauptstadt Bangui «im Kampf» ums Leben gekommen, teilte die französische Präsidentschaft in Paris mit. Frankreichs Staatschef François Hollande sprach den Angehörigen der getöteten Soldaten sein Beileid aus.

Nach der Billigung eines internationalen Militäreinsatzes durch den UNO-Sicherheitsrat in der vergangenen Woche hatte Frankreich 1600 Soldaten in das von Unruhen erschütterte Land entsandt. Das französische Militär unterstützt in Zentralafrika eine afrikanische Truppe (Misca), die das Land stabilisieren soll.

«  Die schreckliche Gewalt der vergangenen Tage bedroht das Land, das sie lieben. Unschuldige Männer, Frauen und Kinder wurden umgebracht. »

Barack Obama
US-Präsident

Die Misca-Mission soll von derzeit 2500 auf 6000 Soldaten aufgestockt werden. In den vergangenen Tagen waren allein in Bangui fast 400 Menschen bei Gefechten getötet worden. Am Montag begann die französische Armee mit der Entwaffnung der Milizen.

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Unruhen nach Staatsstreich

In Zentralafrika herrschen Chaos und Gewalt, seit das mehrheitlich muslimische Rebellenbündnis Séléka Staatschef François Bozizé stürzte. Nun kommt es immer wieder zu Gefechten zwischen Séléka-Rebellen und christlichen Anhängern von Bozizé, die sich zu Bürgermilizen zusammengeschlossen haben.

Die USA wollen der Afrikanischen Union und den Franzosen dabei helfen, die Bürger zu beschützen. In einer Audiobotschaft forderte Präsident Barack Obama die «stolzen Bürger der Zentralafrikanischen Republik» dazu auf, sich gemeinsam für eine Zukunft mit Sicherheit, Würde und Frieden stark zu machen. «Die schreckliche Gewalt der vergangenen Tage bedroht das Land, das Sie lieben. Unschuldige Männer, Frauen und Kinder wurden umgebracht.»

Hollande reist ins Krisengebiet

Die internationale Gemeinschaft befürchtete vor der französischen Intervention blutige Zusammenstösse zwischen Muslimen und Christen in dem Land.

Frankreichs Präsident François Hollande will im Anschluss an die Trauerfeier für den früheren südafrikanischen Präsidenten Nelson Mandela in Johannesburg zu einem Truppenbesuch nach Bangui reisen.