Was ist passiert? In der Innenstadt von Leipzig ist am frühen Montagabend ein Auto in eine belebte Fussgängerzone gefahren und hat mehrere Menschen erfasst. Die Polizei konnte kurz darauf den Tatverdächtigen im Auto stellen und festnehmen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Mordes. Die Behörden sprechen von einer «Amoktat».
Die Opfer: Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung sprach am Abend vor den Medien von zwei Toten. Drei weitere Personen seien schwer verletzt worden. Nach Angaben der Polizei sind insgesamt etwa 80 Menschen betroffen. Wie viele von ihnen körperlich verletzt wurden, war zunächst unklar. Bei den beiden Todesopfern handelt es sich gemäss der Polizei um eine 63-jährige Frau und einen 77-jährigen Mann. Beide seien deutsche Staatsangehörige gewesen.
-
Bild 1 von 7. Das weisse Tatauto. Bildquelle: KEYSTONE/DPA/Sebastian Willnow.
-
Bild 2 von 7. Die Polizei hat einen 33-jährigen Mann nach der Tat im Auto gestellt. Bildquelle: KEYSTONE/DPA/Sebastian Willnow.
-
Bild 3 von 7. Das Auto fuhr in der Grimmaischen Strasse in Leipzig in eine Menschenmenge. Es handelt sich um eine belebte Fussgängerzone mit vielen Geschäften. Bildquelle: IMAGO/dts Nachrichtenagentur.
-
Bild 4 von 7. Einsatzkräfte stehen am Eingang zur Grimmaischen Strasse. Bildquelle: KEYSTONE/DPA/Jan Woitas.
-
Bild 5 von 7. Nach Angaben der Polizei sind insgesamt etwa 80 Menschen betroffen. Wie viele von ihnen körperlich verletzt wurden, war zunächst unklar. Bildquelle: KEYSTONE/DPA/Jan Woitas.
-
Bild 6 von 7. Die Grimmaische Strasse führt vom zentralen Augustusplatz in die Leipziger Fussgängerzone bis zur Thomaskirche. In der Nähe befinden sich die Universität sowie die Nikolaikirche Leipzig. Bildquelle: Leserfoto/Rolph Ziegler.
-
Bild 7 von 7. In der Nähe des Tatorts werden Blumen und Kerzen niedergelegt. Bildquelle: EPA/FILIP SINGER.
Der Tatverdächtige: Bei dem festgenommenen Mann handelt es sich um einen 33-jährigen Deutschen. Gemäss der Agentur dpa war der Mann polizeilich bereits bekannt, allerdings nicht einschlägig. Sachsens Innenminister Armin Schuster sagte, es handle sich aller Wahrscheinlichkeit nach um einen Einzeltäter, einen Amoktäter. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Mordes in zwei Fällen sowie versuchten Mordes in mindestens zwei Fällen. «Wir gehen von einer Amoktat aus», sagte eine Staatsanwältin bei einem Pressestatement. Der Tatverdächtige wird heute Dienstag einem Haftrichter vorgeführt. Die Polizei geht nach bisherigen Erkenntnissen nicht von einem politischen oder religiösen Motiv des Täters aus.
Der Tathergang: Der Verdächtige war am frühen Abend mit einem weissen Auto vom Augustusplatz kommend über den Marktplatz gefahren und fuhr in der Grimmaischen Strasse mehrere Menschen an. Der Tatverdächtige sass noch im Auto, als die Polizei ihn stellte. Er habe sich widerstandslos festnehmen lassen. Laut der Staatsanwaltschaft gebe es keine Anzeichen für weitere Täter.
Die Reaktionen: Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer zeigte sich tief erschüttert: «So eine Tat macht uns sprachlos – und sie macht uns entschlossen.» Er versprach eine schnelle und vollständige Aufklärung. «Eine fürchterliche Tragödie hat sich heute in Leipzig ereignet», sagte Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung vor den Medien. In der Innenstadt herrschte nach der Tat eine gedrückte Stimmung.
Die Lage vor Ort: Kurz nach der Tat war am Leipziger Marktplatz überall Blaulicht zu sehen, zahlreiche Einsatzkräfte waren vor Ort. Immer wieder fuhren Krankenwagen aus der Grimmaischen Strasse heraus. Viele Geschäfte schlossen vorzeitig. Die Polizei sperrte das betroffene Gebiet in der Innenstadt ab. In der Nähe wurde eine Betreuungsstelle eingerichtet, an die sich Betroffene und Zeugen wenden können. Die Grimmaische Strasse und der Marktplatz bleiben noch bis zum späten Dienstagnachmittag gesperrt, weil die Polizei dort Spuren sichert und weiter ermittelt, teilte ein Sprecher mit.
Der Tag danach: In der Leipziger Nikolaikirche und Thomaskirche können Menschen am Dienstag der Opfer gedenken. Um 17 Uhr sei eine ökumenische Gedenkandacht in der Nikolaikirche geplant, teilte der Superintendent der evangelisch-lutherischen Kirche, Sebastian Feydt, mit. Zudem gebe es in beiden Kirchen Raum zum Trauern, für Gespräche, Seelsorge und um Kerzen anzuzünden. Sie seien den ganzen Tag geöffnet.