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International Zwei ukrainische Kampfjets über der Ostukraine abgeschossen

In der Ostukraine sind zwei Kampfjets der ukrainischen Luftwaffe in der Luft zerstört worden. Die Separatisten und das ukrainische Militär haben den Vorfall bestätigt. Die Regierung in Kiew glaubt, dass der Abschuss von russischem Territorium aus erfolgt ist.

Legende: Video Erneut sind Flugzeuge in der ostukraine abgeschossen worden abspielen. Laufzeit 02:56 Minuten.
Aus Tagesschau vom 23.07.2014.

Zwei ukrainische Kampfflugzeuge vom Typ Suchoi Su-25 sind nahe der Stadt Snischne, östlich der Rebellenhochburg Donezk, um 13.30 Uhr Ortszeit abgeschossen worden. Ein ukrainischer Militärsprecher bestätigte den Abschuss. Die Piloten konnten sich laut einem Militärsprecher mit dem Schleudersitz retten.

Auch die Aufständischen bestätigten den Abschuss. «Ein Pilot rettete sich bei Sneschnoje per Schleudersitz, die zweite Maschine flog zunächst schwer getroffen Richtung Norden weiter», sagte ein Sprecher.

Fliegerabwehr ab russischem Territorium

Die Raketen, die die Flugzeuge getroffen haben, sind «nach vorläufigen Informationen vom Territorium der Russischen Föderation aus abgefeuert worden», erklärte Andrej Lyssenko vom Nationalen Sicherheitsrat in Kiew. Die Kampfjets seien in einer Höhe von 5200 Metern unterwegs gewesen. Das sei zu hoch für die schultergestützten Raketenwerfer der Separatisten. «Die Maschinen wurden von mächtigen Luftabwehr-Raketensystemen beschossen.»

Die Ukraine hatte bereits in der Vergangenheit erklärt, ihre Militärflugzeuge seien von russischem Territorium aus abgeschossen worden. Moskau hatte dies stets
bestritten.

Nicht der erste Abschuss

Bereits am Vortag habe die «Volkswehr» zwei Suchoi-Jets abgeschossen, behauptete deren Sprecher. Die Aufständischen benutzen dazu nach eigenen Angaben tragbare Raketenwerfer, die laut Experten aber nur für Treffer in niedrigen Flughöhen geeignet sind. In den vergangenen Wochen hatten die Separatisten mehrfach ukrainische Militärflugzeuge, darunter auch Kampfjets, abgeschossen.

Die USA haben die Separatisten auch beschuldigt, auch die Boeing 777 der Malaysia Airlines mit einer Rakete zerstört zu haben. Die Separatisten weisen die Vorwürfe zurück und werfen der ukrainischen Armee vor, das Passagierflugzeug mit einer Rakete getroffen zu haben.

Ziehen sich die Separatisten zurück?

Nach Darstellung des ukrainischen Militärs sind die pro-russischen Separatisten in der umkämpften ostukrainischen Industriemetropole Donezk auf dem Rückzug. Die Aufständischen hätten in Scharen Stellungen in den Aussenbezirken aufgegeben und sich in das Zentrum der Stadt zurückgezogen, erklärte das Militär.

Einwohner der Stadt berichteten, Separatisten hätten vor der Universität in der Innenstadt Schützengräben ausgehoben. In den Studentenwohnheimen hätten zuletzt die Rebellen gelebt.

Schwere Kämpfe wurden den zweiten Tag in Folge aus der Region Lugansk gemeldet, der zweiten noch von den Separatisten kontrollierten Stadt. In der Donezk-Region wurden seit Ausbruch der Kämpfe im Frühling nach Angaben von Mitarbeitern im Gesundheitswesen 432 Menschen getötet und 1015 verletzt.

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84 Kommentare

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  • Kommentar von Marcel Chauvet, Weißenstadt
    @Wäden: Woher nehmen Sie Ihre "Weisheit", wonach die Ostukrainer sich nicht zu Westeuropa hingezogen fühlen? Wer hier Terror macht, das sind doch Putins Terroristen und betrunkene Schlägertrupps, angeleitet vom russischem Generalstab, von diesen wollen die Leute dort nicht traktiert werden. Einfach in Frieden und normal leben, das sagt Ihnen jeder Leidgeprüfte dort. Einfach so wie es in den 20 Jahren davor, vor der Agression Putins, die mit der Annexion der Krim begann, war.
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  • Kommentar von Heinrich Gafner, Beatenberg
    Also ich finde, SRF schuldet eine Erklärung. Da sollen die Rebellen ein Passagierflugzeug in 10km Höhe abgeschossen haben und 2 Tage später berichtet man, dass die Russen Kampfjets in 5,2km Höhe abgeschossen haben müssen weil die Rebellen niemals so hohe Ziele treffen können. Da bin ich tatsächlich eher ein Russland-Versteher. Also der russischen Darstellung.
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  • Kommentar von Eddy Dreier, Burgdorf
    Wenn Kiev glaubt, Russland hätte geschossen, dann ist es von mir aus kein Zufall, wenn am nächsten Tag ein Zivilflieger, der nach Russland fliegt, über der Ukraine abgeschossen wird.
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    1. Antwort von Peter Oppliger, Walenstadt
      @Dreier,was ist jetzt das wieder für eine Logik?Und was wollen Sie uns sagen damit?Im übrigen darf ich Sie darauf hinweisen dass der Luftraum in der Ukraine für Zivilflugzeuge nach dem Vorfall von MH17 für gesperrt erklärt wurde.Also lassen Sie doch ihre trüben Fantastereien bei sich zu Hause.
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