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International Zweiter Täter des Kirchenangriffs bei Rouen ist identifiziert

Die französische Staatsanwaltschaft hat den zweiten Täter identifiziert, der zusammen mit einem Komplizen eine Kirche Nahe der Stadt Rouen gestürmt und einen Priester getötet hatte. Der Mann war den Geheimdiensten bekannt.

Frau und Junge schauen Blumenkränze vor der Kirche in Saint-Etienne-du-Rouvray an
Legende: Trauer in Saint-Etienne-du-Rouvray: Zum Gedenken an den getöteten Priester legen Menschen Blumen vor die Kirche. Keystone

Nach dem Angriff auf eine katholische Kirche in Saint-Etienne-du-Rouvray im Nordwesten Frankreichs, konnte die Staatsanwaltschaft nun auch den zweiten Täter offiziell identifizieren. Es handelt sich um einen 19-Jährigen, der zuletzt in Aix-les-Bains lebte und den Geheimdiensten als radikaler Islamist bekannt war. Vorbestraft war der Mann aber nicht.

Nach dem Anschlag wurde sein Personalausweis im Haus seines Komplizen gefunden. Da sein Gesicht durch Polizeikugeln entstellt war und die Behörden weder Fingerabdrücke noch DNA-Proben von ihm hatten, war die Identifizierung schwierig. Sie gelang schliesslich über DNA-Proben seiner Mutter. Diese zeigte sich fassungslos, dass ihr Sohn zu den Attentätern gehörte.

Auch zweiter Täter war aktenkundig

Wie aus Ermittlerkreisen verlautete, hatten die Geheimdienste am 29. Juni dieses Jahres eine sogenannte Fiche S (Akte S) zum späteren Attentäter angelegt. In dieser Kartei werden sämtliche Personen aufgeführt, die als radikale Islamisten aufgefallen sind. Der junge Mann hatte Mitte Juni versucht, über die Türkei nach Syrien zu reisen.

Allerdings werden Personen, die in einer Fiche S aufgeführt sind, in der Regel nicht ständig durch die Sicherheitsbehörden überwacht. Häufig werden Verdächtige nur über einen begrenzten Zeitraum stichprobenartig geprüft, zum Beispiel durch das Anzapfen ihrer Telefone.

Wurden die Behörden gewarnt?

Womöglich hatten die Behörden zudem schon seit dem 22. Juli – vier Tage vor dem Attentat – eine Warnung, dass der 19-Jährige einen Anschlag plant. Die französische Terrorismus-Koordinierungsstelle Uclat bekam von einem ausländischen Geheimdienst einen Hinweis über einen Mann mit Anschlagsplänen.

Dessen Identität war aber unbekannt. Es gab lediglich ein Foto, das für die Suche nach dem Mann an Polizeistellen verteilt wurde. Der darauf Abgebildete hat laut den Ermittlern Ähnlichkeit mit dem nun identifizierten Attentäter.

Drei seiner Verwandten wurden in Polizeigewahrsam genommen. Die Ermittler sagen: «Derzeit deutet nichts darauf hin, dass diese Personen etwas mit der tödlichen Attacke zu tun haben.» Es gehe vielmehr darum, Angaben zum «Profil des Mörders» zu erhalten.

Anderer Täter trug elektronische Fussfessel

Der junge Mann hatte am Dienstag zusammen mit einem Komplizen während eines Gottesdienstes eine katholische Kirche in Saint-Etienne-du-Rouvray gestürmt. Sie nahmen Geiseln, schnitten einem 86-jährigen Priester die Kehle durch und verletzten einen Besucher des Gottesdienstes schwer. Beide Täter wurden von der Polizei erschossen. Die Terrormiliz IS nahm die Tat für sich in Anspruch.

Auch der andere Täter war den Behörden bereits bekannt. Gegen ihn liefen Terrorermittlungen, weil er zweimal versucht hatte, nach Syrien zu reisen. Im vergangenen März war der ebenfalls 19-Jährige aus der Untersuchungshaft entlassen worden und stand mit einer elektronischen Fussfessel unter Hausarrest.

Gedenkmärsche abgesagt

Die französischen Behörden haben Gedenkmärsche für die Opfer der Anschläge der letzten Wochen abgesagt. Ein für Sonntag geplanter Marsch in Nizza wurde wegen der starken Belastung der Sicherheitskräfte nicht genehmigt. Zuvor war ein Marsch in Saint-Étienne-du-Rouvray verboten worden. Dort soll aber eine Gedenkfeier in einem Stadion stattfinden.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Haller (panasawan)
    Beide Taeter waren also behördlich bekannte Groessen. - und aus Winterthur ....?
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  • Kommentar von Beat Reuteler (br)
    Es hapert massiv bei der Ausführung und Umsetzung der gesetzlichen Grundlagen. Besonders bei der sinngemässen Umsetzung der Verfassung und bei der Auslegung der Gesetze. Der Eindruck entsteht dass die Richter dazu übergehen sich hinter dem Term "fehlende gesetzliche Grundlage" zu verstecken.
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  • Kommentar von Michel Koller (Mica)
    Da geben wir laufend mehr Rechte ab und tolerieren umfassende Überwachungen damit die Sicherheit vermeintlich erhöht wird und doch greifen diese Massnahmen nicht aber die Rechte bekommen wir natürlich nicht mehr zurück. Natürlich ist Terrorbekämpfung ein sehr schwieriges Unterfangen aber wenn wir weiterhin die hart erarbeiteten Rechte abbauen, bleibt bald nicht mehr viel übrig, für was es sich zu kämpfen lohnen würde.
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    1. Antwort von Beat Reuteler (br)
      Ja, es müssen keine Rechte mehr abgebaut werden. Stattdessen müssen wir endlich dafür sorgen dass der Justiz Pflichten auferlegt werden. Beispielsweise wenn ein Täter im Hausarrest mit elektronischer Fussfessel unerlaubterweise das Haus verlässt, muss die Sicherheitspolizei schnell vor Ort gehen und das Individuum stoppen, wenn nötig mit Waffengewalt. Leider haben unsere Stimmbürger sich beeindrucken lassen und sind vor den Breitseiten der Richter eingeknickt bei der letzten Abstimmung.
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