Zypern vor der Wiedervereinigung

Die Präsidenten der Republik Zypern und der türkischen Republik Nord-Zypern wollen noch in diesem Jahr eine umfassende Lösung für die seit 1974 geteilte Insel finden. Noch gibt es aber Schwierigkeiten und Differenzen.

Zyprer demonstrieren im Juni 2015 friedlich für eine Wiedervereinigung der Insel. (reuters) Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Seit Mai 2015 laufen wieder Friedensgespräche über eine Wiedervereinigung der Insel – die UNO vermittelt. Reuters

Die geteilte Insel Zypern soll wiedervereinigt werden. Das haben der Präsident der Republik Zypern, Nicos Anastasiades, und sein türkisch-zyprischer Amtskollege Mustafa Akinci bekräftigt.

Ein Jahr nach der Wiederaufnahme der Friedens-Gespräche schreiben sie in einer gemeinsamen Erklärung von einer «Win-Win-Lösung» nach vier Jahrzehnten der Teilung. Sie seien darum bemüht, noch in diesem Jahr eine umfassende Lösung zu finden.

«Den notwendigen Willen und Mut aufbringen»

In den vergangenen Monaten seien «entscheidende Fortschritte» erzielt worden, es gebe aber noch «Schwierigkeiten und Differenzen» zu überwinden. Sie seien jedoch «entschlossen, den notwendigen Willen und Mut aufzubringen, um die bestehenden offenen Probleme zu überwinden».

Zypern ist seit einem von der damaligen Militärjunta in Griechenland gestützten griechisch-zyprischen Putsch und einer anschliessenden türkischen Militärintervention im Jahr 1974 geteilt.

Seit Mai vergangenen Jahres laufen wieder Friedensgespräche zwischen der Republik Zypern und der nur von Ankara anerkannten Türkischen Republik Nordzypern. Der von der UNO vermittelte Friedensprozess wird als beste Chance gesehen, das geteilte Zypern nach mehr als vier Jahrzehnten wiederzuvereinen.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Zypern vor möglicher Wiedervereinigung

    Aus Tagesschau vom 1.1.2016

    2016 könnte für eine Mittelmeerinsel Zypern das Ende eines Zustands bedeuten, der de facto seit 41 Jahren besteht: Die politisch-hoheitliche Teilung von Zypern in einen griechischen Teil (im Süden) und den von der Türkei besetzten Norden.